Der Rückrundenbeginn naht

2. Frauen-Bundesliga: Im Hintergrund laufen die Gespräche zur Sicherung der Vereinszukunft weiter.

Der Rückrundenbeginn naht

Am 10. Februar beginnt die Rückrunde in der 2. Frauen-Bundesliga. Dann empfängt die Mannschaft von Steffen Beck um 11 Uhr den FSV Gütersloh 2009 im Ernst-Abbe-Sportfeld (Platz 3). Gegen die Nordrhein-Westfälinnen soll der Grundstein für eine zweite Saisonhälfte gelegt werden, die möglichst so erfolgreich beginnen soll, wie die Hinrunde aufhörte.

Zudem haben die Thüringerinnen vom ersten Spieltag noch eine Rechnung offen, verlor man in der Tönnies-Arena doch deutlich mit 0:5 und musste sich in den anschließenden Partien zunächst mühsam in der neuen Liga zurechtfinden.

Jenas Trainer Steffen Beck hat auch im neuen Jahr wieder mit Verletzungssorgen zu kämpfen. Die gerade erst genesene Anja Heuschkel verletzte sich im Testspiel gegen den 1. FC Nürnberg (1:0, Tor durch Julia Arnold) erneut schwer und wird weitere Wochen ausfallen. Der Abgang von Aimee Phillips konnte hingegen durch die Rückkehr von Vereinsurgestein Julia Arnold ausgeglichen werden.

Im Rahmen der Vorbereitung nahmen die Beck-/Osterbrink-Schützlinge zudem am Hallenturnier des FC Carl Zeiss Jena teil (1. Platz) und konnten sich in Testspielen gegen die U17-Junioren des SV Schott Jena sowie vereinsintern gegen die blau-weiße U21 durchsetzen.

Zukunft des Vereins steht auf dem Spiel

Nicht nur auf sportlicher Ebene wird in der Winterpause kräftig gewerkelt beim FF USV: hinter den Kulissen wird beim finanziell angeschlagenen Verein intensiv an der Zukunft des Frauenfußballs in Jena gearbeitet. Eine Arbeitsgruppe aus Vorstand, Nachwuchstrainern und Mitarbeitern führt mit verschiedenen Partnern intensive Gespräche und bespricht mögliche Konstellationen.

Mit Hilfe verschiedener starker Unterstützer sowie der vom Fanclub „Powerfrauen im Paradies“ gestarteten Crowdfunding-Kampagne konnte eine am Jahresende 2018 drohende Insolvenz zunächst abgewendet werden, „bis Ende März“, so Vereinspräsident Torsten Rödiger, „ist der Spielbetrieb definitiv gesichert.“ Von den bis zum Saisonende benötigten 80 000 bis 100 000 Euro konnten bereits mehr als die Hälfte zusammengetragen werden, weitere Gelder stehen schon in Aussicht.

Neben zahlreichen privaten Unterstützern und Unternehmen wie WBB Bau & Bausanierung GmbH Umpferstedt, Präzisionsfertigung Thomas Kirsch Jena, L&R Grundbesitz GmbH Jena, Wohnungsgenossenschaft „Saaletal“ eG Jena und Merkur Bank gilt der Dank des FF USV Jena vor allem dem Engagement von Fans, Trainern, Spielerinnen und deren Familien, die sich mit viel Herzblut für eine Rettung des Vereins einsetzen.

Jede einzelne Spende in die Kampagne ist wertvoll und bringt den FF USV Jena ein kleines Stück weiter an das anvisierte Ziel, doch im Folgenden wollen wir einige besondere Geschichten näher herausgreifen:

Die SG Jößnitz um die ehemalige FF-USV-Spielerin Christiane Gotte stiftete Anfang Dezember den vom DFB erhaltenen Fairplay-Preis in Höhe von 250 Euro. Zusätzlich sendete die Mannschaft ein paar persönliche und emotionale Grüße nach Jena.

Spielereltern des Vereins starteten in und mit ihrem Heimatverein SV Schmölln verschiedene Sammelaktionen, unter anderem ein AC/DC-Coverkonzert und ein Spanferkelgrillen für den guten Zweck. Dabei konnten über 3800 Euro erzielt werden.

Durch die deutschlandweite Vernetzung des Fanclubs ergaben sich unter anderem Kontakte zu den Anhängern des 1. FFC Turbine Potsdam. Die Fans der Brandenburgerinnen sammelten bei den letzten Heimspielen des Jahres 2018 Spenden und führten eine Versteigerung originaler Trikots und signierter Fußballschuhe ihrer Mannschaft durch. Mit den Artikeln, unter anderem von der deutschen Nationalspielerin Svenja Huth, wurden über 2000 Euro gesammelt und nach Thüringen gesendet.

Bei den Gütersloher Hallenmasters 2019 schlossen die Jenaer eine Freundschaft mit dem nordrhein-westfälischen Kleinstadtverein SV Bedburg-Hau. Was sich von FF-USV-Fanseite zunächst als nette Geste zur Unterstützung einer wildfremden Mannschaft erwies, wurde von den Gegnern mit höchster Anerkennung bedacht. Die Bedburger bedankten sich und sammelten, als sie von der Jenaer Not erfuhren, innerhalb weniger Stunden 500 Euro für den FF USV – eine mehr als emotionale Geschichte! (siehe Extra-Artikel)

Noch ist die Saison 2018/2019 noch nicht komplett gerettet, doch der FF USV Jena befindet sich auf einem guten Weg.

„Wir freuen uns über jede Form von Unterstützung, die zur Sicherung der Zukunft des Frauenfußballs im Paradies beiträgt,“ so Torsten Rödiger, „ich zolle allen, die sich mit so viel Engagement einbringen, meinen höchsten Respekt!“

 

Foto: Hannes Seifert / FF USV Jena

 

 
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Ok