Jena bejubelt fulminanten ersten Saisonsieg

2. Frauen-Bundesliga: FF USV Jena - SV 67 Weinberg 6:0 (2:0)

Jena bejubelt fulminanten ersten Saisonsieg

Bei bestem Fußballwetter empfing am Sonntagnachmittag Bundesliga-Absteiger FF USV Jena den Aufsteiger SV 67 Weinberg im heimischen Ernst-Abbe-Sportfeld. Ein richtungsweisendes und spannungsversprechendes Spiel, trafen hier doch zwei Tabellennachbarn aufeinander, die nicht optimal in die Saison gestartet waren. Während die Gäste aus Franken nach einem Unentschieden gegen Köln und einem Sieg gegen Essens U20 in Jena nachlagen wollte, um sich Luft im Abstiegskampf zu verschaffen, ging es für die Thüringerinnen darum, endlich das Pech abzuschütteln, das trotz stetig gesteigerten Leistungen bisher den Erfolg verhindert hatte. Für das Team von Cheftrainer Steffen Beck ging es darum, in diesem Spiel selbstbewusst aufzutreten, um sich das Glück endlich zu erarbeiten.

In der Tat war es die Heimmannschaft, die in der Zweitliga-Partie von Anfang an den Ton angab. Eine Parallele zu den vorangegangenen Spielen in der Liga, hatte man doch auch in München oder gegen Potsdam viel investiert, um dem Spiel seinen Stempel aufzudrücken. Ebenfalls ähnlich wie in den vergangenen Wochen wurde der FF USV dabei vor allem über Standardsituationen gefährlich. Einziger Unterschied: die letzte Konsequenz. Eine engagiert auftretende Mannschaft aus dem Saaletal nutzte gut herausgespielte Schussmöglichkeiten und suchte den Abschluss. Was am Anfang der Saison noch zu zögerlich oder unüberlegt wirkte, sollte gegen den SVW belohnt werden. Keine zehn Minuten waren gespielt, da erkannte Jenas Flügelspielerin Anna Weiß die Möglichkeit, holte sich am gegnerischen Strafraum den Ball und ließ Weinbergs Torhüterin Treiber keine Chance (7.). Vielumjubelt sollte die Jenaer Führung sein, sollte es doch das erste Mal in der laufenden Saison sein, dass der FF USV in Führung ging.

Den Treffer verbucht, gab der Spielstand nun auch die benötigte Ruhe und Zuversicht, um weiter das eigene Spiel voranzutreiben. Weitere gute Möglichkeiten sollten folgen. Dies war vor allem einem überzeugenden Positions- und Passspiel zu verdanken. So fand ein guter Ball aus dem Mittelfeld Leonie Kreil, die ihren Bewachern enteilt war, einzig die Torhüterin verhinderte einen höheren Rückstand (13.).

Auf die erste gefährliche Chance der Gäste mussten die Zuschauer etwa 20 Minuten warten. Ellen Riess hatte sich im richtigen Moment gelöst und war in den Strafraum gelangt. FF-USV-Torhüterin Sarah Hornschuch zeigte sich wachsam, kam aus dem Tor und behielt im Eins-gegen-Eins eindrucksvoll die Oberhand (21.). In der Folge erarbeitete sich das Team von den Kernbergen wieder selbst gute Chancen, zunehmend über Eckstöße. Der SV Weinberg bekam stark aufspielende Jenaerinnen in dieser Phase des Spiels nicht wirklich in den Griff und so belohnten sich schließlich auch die Hausherrinnen mit dem Ausbau der Führung. Im guten Zusammenspiel kombinierten sich die Blau-Weißen an den Gästestrafraum, wo der Ball zu Susann Utes gelangte. Diese, mit dem Rücken zum Tor stehend, drehte sich schnell und steckte das Spielgerät in die Gasse durch zu Lisa Seiler, die die Ruhe behielt und vor der herauseilenden Torhüterin ins rechte obere Eck abschloss (29.).

Der Spielstand sollte in der ersten Halbzeit absolut gerechtfertigt sein, wenn nicht gar ein wenig schmeichelhaft für die Gäste, ließ Jena doch noch einige teils hochkarätige Möglichkeiten liegen. Weinberg fand erst zum Ende des ersten Durchgangs in die Partie zurück, sodass Sarah Hornschuch im FF-USV-Tor doch noch einiges zu tun bekam, jedoch stets Herrin der Lage blieb.

Durch die kurze aber intensive Drangphase sollte der FF USV Jena zur Pause gewarnt sein, die Konzentration hochzuhalten und den Gegner nicht ins Spiel zurückkommen zu lassen. Was beim Auswärtsspiel in München noch ein Manko gewesen war, kehrten die Thüringerinnen gegen Weinberg nun vollständig um. So sollte auch im zweiten Spielabschnitt Jena von Beginn an den Ton angeben. Die Heimmannschaft schien meist schlicht einen Schritt schneller als der Gegner zu sein. So auch wenige Minuten nach dem Wiederanpfiff. Ein präziser Pass erreichte Sandra Müller, die pfeilschnell in den Strafraum steuerte. Beim Versuch zu klären von einer Verteidigerin zu Fall gebracht, entschied Schiedsrichterin Christine Weigelt auf Strafstoß. Eine Aufgabe für Merza Julević - die erfahrene Mittelfeldspielerin entschied sich für die linke untere Ecke, ebenso wie die Torhüterin, die den Ball aber dennoch nicht erreichte (48.).

Hatte der FF USV nun bereits offiziell innerhalb von 48 Minuten mehr Treffer erzielt, als in den bisherigen fünf Spielen zusammen, schienen das Team von der Saale immer noch nicht satt und spielte weiter munter nach vorne. Der SV Weinberg versuchte sich zu wehren, hatte der technischen Überlegenheit Jenas jedoch nicht genug entgegenzusetzen. So dauerte es nur drei Minuten, bis die Fans der Heimmannschaft erneut Grund zum Jubeln bekamen. Eine Ecke von rechts landete auf dem Kopf von Lisa Seiler, die den Ball in einer schönen Flugkurve in die Maschen sendete (51.).

Spätestens zu diesem Zeitpunkt schien die Partie entschieden. Doch nun hatte der FF USV Jena die Freude am Toreschießen endgültig wiederentdeckt. Mit einem guten Zusammenspiel belohnte sich die Mannschaft mit sich häufenden weiteren Torraumszenen. Lara Schmidt und Leonie Kreil hatten das 5:0 auf dem Fuß, erzielen sollte dies jedoch letztendlich Sandra Müller. Ein hoher Ball von der linken Außenbahn sollte eigentlich die zentral gestartete Susann Utes erreichen, diese verpasste und so kam der Ball zu Jenas Nummer 8. Müller fackelte nicht lange, ließ eine Gegenspielerin aussteigen und verwandelte flach zentral (66.).

Kurz darauf wurde Nachwuchsnationalspielerin Anna-Lena Riedel eingewechselt, deren erste Aktion ebenfalls gleich für Gefahr sorgte. Im Zweikampf behauptet, schickte sie Leonie Kreil auf die Reise, doch Torhüterin Treiber hatte aufgepasst und den Winkel spitz gemacht. Kreil verfehlte das Tor knapp (70.). Eine Viertelstunde später stand Riedel plötzlich selbst frei, zog ab und traf aus 20 Metern ins linke Eck, doch die Linienrichterin hatte ihre Fahne gehoben und der Treffer zählte nicht (85.).

Der Abschluss eines souveränen Auftritts des FF USV gebührte dann einer anderen Nachwuchsnationalspielerin. Defensiv-Talent Maren Tellenbröker hatte die Lücke in der gegnerischen Abwehr gefunden, die Torhüterin überwunden und schob den Ball zum 6:0-Endstand ein.

Der FF USV Jena sendet also ein Lebenszeichen und kann sich am sechsten Spieltag der 2. Frauen-Bundesliga endlich mit dem ersten Sieg belohnen. In der Tabelle verbessern sich die Saalestädterinnen auf Rang 12, mit nun nur noch einem Punkt Rückstand auf den ersten Nichtabstiegsplatz. Jena feiert einen mehr als verdienten Heimsieg, der Selbstvertrauen für die nächsten Aufgaben geben dürfte. Weiter geht es in der Liga am nächsten Sonntag mit einem Auswärtsspiel beim VfL Wolfsburg II.

 

Auch neben dem Platz erfolgreich

Nicht nur aus fußballerischer Sicht sollte das Heimspiel des FF USV Jena ein voller Erfolg werden. So freute sich auch der abgehaltene Kuchenbasar der Wohngruppe der Kindersprachbrücke Jena über eine gelungene Aktion. Bei bestem Wetter konnte ein guter Anteil am für die Familienzusammenführung eines Bewohners des Kinderheims benötigten Geldes gesammelt werden.

 

 

FF USV Jena: Hornschuch – Utes (80. Juckel), Müller, Schmidt, Julević, Kreil, Heuschkel (46. Kremlitschka), Seiler, Graser, Weiß (68. Riedel), Tellenbröker

SV 67 Weinberg: Treiber – Grimm (51. Kellermann), Fliege, Brückner, Rößler (72. Wiesinger), Hofrichter, Haager, Kömm, Riess, Maren Haberäcker (65. Hofmann), Leonie Haberäcker

Tore: 1:0 Weiß (7.), 2:0 Seiler (29.), 3:0 Julević (48., FE), 4:0 Seiler (51.), 5:0 Müller (66.), 6:0 Tellenbröker (89.)

Zuschauer: 146

Schiedsrichterin: Christine Weigelt (Leipzig)

 

Fotos: Hannes Seifert / FF USV Jena

 

 
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