Nicht belohnt

2. Frauen-Bundesliga: FF USV Jena - 1.FFC Turbine Potsdam II 1:4 (0:2)

Nicht belohnt

Pünktlich zum Herbstanfang hatte auch das dazugehörige ungemütliche Wetter Einzug im Paradies gehalten. Wind und Regen tauchten das Zweitliga-Heimspiel des FF USV Jena am heutigen Sonntag in ein tristes Grau. Die Thüringerinnen empfingen die Zweitvertretung von Turbine Potsdam, den Tabellendritten, der bereits in der Vorwoche mit dem 1. FC Köln einen Bundesligaabsteiger mit 5:4 besiegen konnte. Jena war also gewarnt, wollte jedoch nach dem ersten Punktgewinn in der vergangenen Woche gegen Frankfurt nachlegen. Vor dem Spiel blieb allerdings noch Zeit für die Ehrung der Ü35 des FF USV Jena, welche um Kapitänin Steffi Scheitler am letzten Wochenende die deutsche Vizemeisterschaft ihrer Altersklasse errang.

Der über die gesamte Spielzeit andauernde Regen sollte von Beginn an seine Wirkung auf das Spiel haben: Wegrutschen, Grätschen, schnelle Bälle. Ein munterer Spielbeginn, in dem zunächst die motiviert angereisten Potsdamerinnen den Ton angeben sollten. So erarbeiteten sich die Gäste früh erste Chancen und zwangen die Jenaer Mannschaft in die Defensive. Leidenschaftliches Verteidigen sorgte dann jedoch direkt für den ersten Rückschlag. FF-USV-Kapitänin Susann Utes verletzte sich beim Abwehren eines Potsdamer Angriffes. Jenas Nummer Sechs wurde behandelt und versuchte zunächst weiterzuspielen. Die Turbinen schlugen Kapital aus der allgemeinen Verunsicherung, die durch die Verletzung der Spielführerin entstanden war, schalteten blitzschnell und brachten den Ball zu Sophie Weidauer, welche im Sechzehner gekonnt ins rechte untere Eck vollendete (10.).

Den frühen Schock zu überwinden, fiel den jungen Jenaerinnen schwer, ließ der Gast auch nach der erzielten Führung nicht locker. So musste der FF USV den nächsten Rückschlag nur kurz nach dem ersten Gegentreffer verkraften. Potsdam kombinierte sich durch die Jenaer Abwehr und brachte den Ball erneut zu Weidauer, die im ersten Versuch an Torhüterin Hornschuch scheiterte, dann aber im Nachsetzen den Ball doch im Tor unterbringen konnte (15.).

Kurz darauf war das Spiel für Jenas Kapitänin Utes beendet. Unter Schmerzen hatte das FF-USV-Urgestein weiter gekämpft, doch nach 22 Minuten musste sie dann doch vom Platz. Für sie kam Maren Tellenbröker ins Spiel. Die Nachwuchsnationalspielerin musste somit früher als erwartet Verantwortung in diesem Spiel übernehmen, fügte sich allerdings gut in eine Jenaer Mannschaft ein, die sich nach den Dämpfern der ersten Viertelstunde nun zu fangen begann.

Sich gegenseitig motivierend suchten die Paradiesstädterinnen nach Lücken in der Potsdamer Abwehr, welche sich jedoch einfach nicht bieten wollten. Sollte das Spielgerät allerdings doch gefährlich vor den Kasten der Gäste kommen, kam Pech dazu: Die besten Jenaer Angriffe der ersten Halbzeit erfolgten nach gut einer halben Stunde. Ein präziser Ball über rechts fand den Weg von Leonie Kreil zu Sandra Müller, welche den Abschluss suchte, doch der Ball ging knapp übers Tor (27.). Nur eine Minute später hatte Kreil selbst den Anschlusstreffer auf dem Fuß, brachte den Ball aber letztlich nicht an Torhüterin Schuldt vorbei im Tor unter (28.).

Mit einem 0:2 ging es also in die Kabine. Ein Ergebnis, das aus früher Kaltschnäuzigkeit der Turbinen resultierte, aufgrund von steigendem Jenaer Engagement über zunehmende Spieldauer allerdings noch auf keineswegs sicheren Beinen zu stehen schien.

Der FF USV setzte seine Mühen nun fort und suchte weiter nach Lösungen. Potsdam verteidigte nun diszipliniert gegen eine Jenaer Mannschaft, die zu keinem Zeitpunkt den Eindruck machte, dieses Spiel aus der Hand geben zu wollen. So belagerten die Hausherrinnen nun den Gästestrafraum, zeigten sich zunächst im Abschluss aber zu zögerlich. Nach schöner Kombination sollte sich das Team dann aber doch einen Grund zum Jubeln verschaffen. Merza Julević hatte das Auge für die auf der linken Außenbahn gestartete Anna Weiß, welche nun in Richtung Strafraum zog. Ihre Flanke fand passgenau Sandra Müller, welche am kurzen Pfosten lauerte und zum 1:2 einköpfte (56.).

Der Treffer machte Mut und förderte die weiteren Angriffsbemühungen des FF USV, der das Spiel nun über weite Strecken beherrschte. Chancen wurden herausgespielt, doch Potsdam verteidigte mit allen Mitteln. Kaum ein Ball fand so den richtigen Weg aufs gegnerische Tor. Mit zunehmender Dauer lief den Gastgeberinnen die Zeit davon. Jena wurde gezwungen, das Heft in die Hand zu nehmen und offensiver zu agieren. Hinten ergaben sich dadurch nun aber Räume für die Brandenburgerinnen. Und diese nutzten sie eiskalt: Gerade eingewechselt, stand Nathalie Bretschneider an der Strafraumgrenze goldrichtig, nahm den auf sie gespielten Pass direkt und lupfte den Ball mit ihrem ersten Kontakt zum 1:3 ins Tor (77.).

Der Treffer fiel gegen den Spielverlauf der zweiten Halbzeit, doch Jena bewies Moral. Weiter liefen die Saalestädterinnen auf das gegnerische Tor an, allerdings ohne Erfolg. Kein weiterer Angriff sollte zum Erfolg der Heimmannschaft führen. Stattdessen setzte Potsdams Sophie Weidauer einmal mehr den Schlusspunkt. Den Ball im Mittelfeld erhalten, erkannte sie ihre Chance auf einen weiteren Treffer, zog aus dreißig Metern ab und verwandelte ihren dritten Treffer des Tages gekonnt ins rechte Eck (90.+2).

Unmittelbar danach war Schluss. Jena verpasst es einmal mehr, sich für eine engagierte Leistung zu belohnen. Im vierten Spiel setzt es die dritte Niederlage. Drei Wochen hat das Team von Cheftrainer Steffen Beck nun Zeit, das Geschehene zu analysieren und die richtigen Schlüsse zu ziehen. Dann, am 14. Oktober, trifft der FF USV Jena auswärts auf den FC Bayern München II.

 

 

FF USV Jena: Hornschuch – Juckel, Schmidt, Seiler, Heuschkel, Utes (22. Tellenbröker), Graser, Julević (77. Riedel), Weiß, Kreil, Sandra Müller (85. Knipp)

1.FFC Turbine Potsdam II: Schuldt – Schütt, Schiemann, Scheel, Orschmann, Lindner, Statz (77. Bretschneider), Höbinger (85. Rohde), Bahnemann, Marlene Müller, Weidauer

Tore: 0:1 Weidauer (10.), 0:2 Weidauer (15.), 1:2 Sandra Müller (56.), 1:3 Bretschneider (77.), 1:4 Weidauer (90.+2)

Zuschauer: 69

Schiedsrichterin: Sarah Willms (Oldenburg)

 

 

Fotos: Jürgen Scheere / Scheere Photos Jena, Hannes Seifert / FF USV Jena

 

 

 

 
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