Der FF USV Jena und das Traumlos

DFB-Pokal: Am Sonntag gastiert der FC Bayern München im Paradies.

Der FF USV Jena und das Traumlos

Die 2. Frauen-Bundesliga pausiert. Nachdem die Vereine in der vergangenen Woche aufgrund der internationalen Abstellungsperiode nicht im Ligabetrieb im Einsatz waren, steht an diesem Wochenende die 2. Runde des DFB-Pokals auf dem Programm. Losfee Emma Gersema, Spielführerin der C-Jugend des SV Meppen, bescherte dem FF USV Jena mit dem deutschen Vizemeister und -pokalsieger FC Bayern München eines der schwerstmöglichen Lose. Von einem „Traumlos“ ist oft die Rede, wenn eine kleinere Mannschaft auf den FC Bayern München trifft. Wir blicken gemeinsam mit Jenas Cheftrainer Steffen Beck auf die anstehende Herausforderung.

 

Am Sonntag gastieren die Bayern im Ernst-Abbe-Sportfeld. Welche Bedeutung hat das Pokalspiel für euch, wie ist es einzuordnen?

Steffen Beck: Für uns ist es ein anspruchsvoller Test, welcher uns dabei helfen wird, unsere Abläufe weiter zu festigen. Natürlich wissen wir, dass wir am Sonntag auf einen übermächtigen Gegner treffen und schon sehr viel zusammenlaufen muss, damit wir eine Chance haben, den FC Bayern München zu ärgern.

 

Ein Pokalspiel gegen den FC Bayern München wird oft als „Traumlos“ bezeichnet. Wie sieht das in der Mannschaft aus, existiert Vorfreude oder seid ihr doch eher unglücklich mit dem Los?

Wir hätten uns natürlich eher ein Los gewünscht, bei welchem die Chancen auf ein Weiterkommen höher gewesen wären. Von einem Traumlos kann hier nicht wirklich die Rede sein. Anders als vielleicht bei den Männern, werden wir mit den Zuschauereinnahmen aus diesem Spiel auch nicht unseren Jahresetat aufstocken können.

 

Apropos: Gerade einmal 90 Zuschauer sahen das erste Heimspiel des FF USV Jena in dieser Saison. Eine größere Kulisse wäre gerade gegen den FC Bayern München wünschenswert. Warum lohnt es sich, Ihrer Meinung nach, dennoch den Weg ins Stadion zu finden und den FF USV zu unterstützen?

Gerade nach dem Umbruch in diesem Sommer hat es die Mannschaft verdient, unterstützt zu werden. Unser Team nach dem Abstieg nicht fallenzulassen, sondern auf dem schwierigen Weg in die 2.Liga zu begleiten, ist für den FF USV Jena viel wert.

 

Welche Qualitäten zeichnen die Mannschaft aus, welche Stärken werden helfen, nach dem suboptimalen Saisonstart wieder auf Kurs zu kommen?

Technisch und taktisch ist das Team auf einem hohen Niveau. Außerdem verfügen wir über die richtige Mischung aus jungen Talenten und erfahrenen Spielerinnen. Natürlich muss dieses Gefüge noch zusammenwachsen, doch es wird uns in dieser Saison noch ein großer Vorteil sein.

 

Durch die schwierige Kadersituation über weite Teile der Vorbereitung hat sich diese bis in die Saison hinein verschoben. Auf welchem Stand seid ihr nun und wo liegt der Fokus?

Unsere Entwicklung läuft von Training zu Training. Natürlich sind wir noch nicht da, wo wir sein wollen, doch ich denke, dass ist in der laufenden Saison stets der Fall, schließlich müssen wir uns immer neue Ziele stecken. Derzeit liegt der Fokus ganz klar auf der Defensive. Neun Gegentore in den ersten beiden Spielen sind zu viel. Wir wollen kompakter verteidigen und gerade einfache Tore künftig vermeiden.

Ein Pokalspiel gegen den FC Bayern München dürfte der Mannschaft von Steffen Beck dabei in der Tat ein guter Test sein. Defensiv wird dem FF USV am Sonntag sicher einiges abverlangt. Es kann für Jena in diesem Aufeinandertreffen nur darum gehen, es dem Pokalfinalisten des Vorjahres so schwer wie möglich zu machen. Indes liegt der Druck auf Seiten des Favoriten. Schafft es Jena, sich am Sonntag anständig zu präsentieren, so gehen die Thüringerinnen bereits als Gewinner aus dieser Partie.

 

Der Anstoß auf Platz 3 des Ernst-Abbe-Sportfeldes erfolgt um 14 Uhr.

 

 
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