Jenas U17 beendet drei tolle Hallenfußballtage auf Rang vier

19. Gütersloher Hallenmasters bilden das erste Fußballhighlight des Jahres 2019.

Jenas U17 beendet drei tolle Hallenfußballtage auf Rang vier

Am Wochenende fanden im ostwestfälischen Gütersloh die inoffiziellen deutsche B-Juniorinnen-Meisterschaften im Hallenfußball statt, die Gütersloher Hallenmasters. 19 Mannschaften aus ganz Deutschland, dazu eine Vertretung der Grasshoppers Zürich spielten an drei Tagen in zwei Gruppenphasen und Platzierungsspielen den Titel unter sich aus. Insgesamt 82 Partien á zehn Minuten wurden in der Sporthalle des Schulzentrums Ost ausgetragen, am Ende sicherte sich Vorjahressieger Bayer 04 Leverkusen erneut den Titel. Der FF USV Jena landete nach einer starken Vorstellung auf Rang vier.

Auftaktsieg am Freitagabend

Den Blau-Weißen aus dem Paradies wurde die Ehre zu teil, das Turnier am Freitagabend pünktlich um 19 Uhr gegen eine der beiden Vertretungen der Gastgeberinnen des FSV Gütersloh feierlich eröffnen zu dürfen. Das Team von Anne Pochert und Christoph Schliewe setzte sich knapp mit 1:0 durch, der Treffer von Josefine Schlichting sorgte für einen erfolgreichen Start in das Turnier. Dieser Auftaktsieg war durchaus als etwas glücklich zu bezeichnen, war man durch den späten Schulschluss am Jenaer Sportgymnasium erst wenige Minuten vor Anpfiff in Gütersloh angekommen und spürte noch die lange Fahrt in den Beinen. Deshalb machten sich einige Unkonzentriertheiten im Jenaer Spiel bemerkbar.

Das schwere Auftaktspiel sollte der einzige Auftritt der Jenaerinnen am Freitagabend bleiben. Kurz nach 20 Uhr fand in der Halle eine große Eröffnungszeremonie statt, bei der die Verantwortlichen des FSV Gütersloh, der Landrat des Kreises Gütersloh, Sven-Georg Adenauer, sowie Vertreter der Hauptsponsoren des Turniers, der K60 Gitterrostsysteme, der Volksbank Bielefeld-Gütersloh und der Tönnies Lebensmittel GmbH, alle Spielerinnen, Trainer, Eltern, Fans und Zuschauer begrüßten.

Jena wird Gruppensieger in der Vorrunde

Am Samstagvormittag trat der FF USV gegen die beiden anderen Gruppengegner, den Osnabrücker SC und den 1. FC Saarbrücken an. Den starken Osnabrückerinnen, die sich im Laufe des Turniers viele Sympathien im Publikum erspielen sollten, unterlag Jena mit 1:2. Ein Weitschuss genau in den Winkel sowie ein schnelle Folgetreffer brachten Jena mit 0:2 in Rückstand. Die anschließenden Angriffe aufs Osnabrücker Tor konnten clever verteidigt werden, es sollte nur zum 1:2-Anschlusstreffer durch Melina Mehler reichen.

So ergab sich in der Vorrundengruppe A eine spannende Situation vor den jeweils letzten Partien: alle Mannschaften hatten nach zwei Spielen je drei Punkte, es musste also ein Sieg gegen den 1. FC Saarbrücken her. Zunächst geriet Jena jedoch mit 0:1 gegen die Saarländerinnen in Rückstand. Man gab sich jedoch nicht auf, spielte munter nach vor und kämpfte sich zurück ins Spiel – und wie! Innerhalb weniger Minuten wurde aus dem 0:1-Rückstand eine 5:1-Führung! Michelle Smyla, Josefine Schlichting, Hannah Lehmann, Lara Krauße und Luca Birkholz hießen die Jenaer Torschützinnen.

Die abschließende Tordifferenz von 7:3 bescherte dem FF USV damit den Gruppensieg vor Osnabrück (je sechs Punkte), Gütersloh (drei Punkte) und den punktlosen Saarbrückerinnen und den damit verbundenen Einzug ins A-Turnier der besten zehn Mannschaften.

Vier Punkte aus zwei Spielen – ein guter Start ins A-Turnier

Im A-Turnier man auf die TSG 1899 Hoffenheim, die zweite Vertretung des FSV Gütersloh, den 1. FFC Turbine Potsdam und die SGS Essen.

Im Spiel gegen die Kraichgauerinnen fielen auf beiden Seiten keine Treffer. Zwei gute Torhüterinnen sowie fehlendes Glück im Abschluss bescherten beiden Teams ein 0:0.

Gegen den FSV Gütersloh mussten die Blau-Weißen erneut zunächst einem Rückstand hinterherlaufen, doch abermals konnte man diesen drehen. Melina Mehler und Michelle Smyla korrigierten auf 2:1, mit einer engagierten Abwehrleistung und eine auf der Linie starken Keeperin Natalie Schmidt hielt man die drei Punkte fest.

Bereits gegen 17 Uhr war damit der zweite Turniertag für den FF USV Jena beendet. Im Vergleich zu Freitagabend war eine deutliche Leistungssteigerung zu erkennen, Fehler wurden abgestellt und das Kombinationsspiel funktionierte deutlich besser.

Zudem erfreulich: in den letzten Jahren stellte sich der FSV Gütersloh immer als eine Art „Angstgegner“ der Jenaerinnen da, umso schöner, dass man diesmal gleich beide Mannschaften bezwingen konnte.

Zwei nervenaufreibende Spiele – FF USV zieht ins Halbfinale ein

Früh aufstehen war angesagt, denn bereits um 8.54 Uhr am Sonntagmorgen stand die Begegnung gegen den 1. FFC Turbine Potsdam, einen guten Bekannten aus der B-Juniorinnen-Bundesliga, auf dem Turnierplan. In dieser Partie sollten die Jenaerinnen ihre beste Leistung des Turniers abrufen. Man zeigte vollen Einsatz, warf sich in jeden Zweikampf, kämpfe um jeden Ball, erspielte sich Chancen um Chancen und war den Turbininnen deutlich überlegen. Am Ende stand es (nur) 2:0 für Jena – Luca Birkholz und Michelle Smyla waren es, die vor dem gegnerischen Tor erfolgreich waren. Nach dem Abpfiff war in der Jenaer Mannschaft die Freude aber auch Erleichterung über den Sieg deutlich zu spüren. Spätestens jetzt war allen Anwesenden in der Halle klar, dass die junge Jenaer Mannschaft durchaus zum erweiterten Titelfavoritenkreis gezählt werden darf.

Wieder ergab sich eine komplizierte Situation vor dem abschließenden Gruppenspiel. Gegen die SGS Essen musste mindestens ein Unentschieden her, um ins Halbfinale einzuziehen. Eine Niederlage hätte das Aus und das gleichzeitige Weiterkommen der Essenerinnen bedeutet. Es sollte also nervenaufreibend werden! Nicht nur das – es wurde zum Krimi, der die ihre Mannschaft lautstark anpeitschenden Jenaer Fans auf den Rängen nicht weniger zum Schwitzen brachte als die Spielerinnen selbst. Der FF USV ging durch einen Treffer von Josefine Schlichting mit 1:0 in Führung, doch der Druck der Essenerinnen wurde von Minute zu Minute stärker. Der Ausgleich sollte der SGS zwar gelingen, mehr jedoch nicht. Die Mädels aus dem Paradies konnten kaum noch Entlastungsangriffe aufbauen, warfen sich aber erneut in jeden Zweikampf und zwischen jeden Torschuss. Nicht nur das Aluminium brachte Jena in dieser Partie Glück, ohne das vielfache Eingreifen der bärenstarken Torhüterin Natalie Schmidt wäre ein Aus in dieser Partie unvermeidbar gewesen.

Aus im Halbfinale – Unterstützung von Freunden

Die Gütersloher Hallenmasters sind in jedem Jahr auch ein Ort, um besondere Fanfreundschaften auszuleben oder auch einmal den Gegner anzufeuern. Feuerte die Jenaer Elf im letzten Jahr den VfL Bochum an, so ergab sich in diesem Jahr eine spezielle Verbindung zum SV 1923/27 Bedburg-Hau – zu wem bitte?

Bedburg-Hau ist eine 13000-Einwohner-Gemeinde im Landkreis Kleve an der niederländischen Grenze, über das Qualifikationsturnier im Vorfeld der Hallenmasters sicherte sich der Regionalligist sein Startrecht für die Endrunde. Quasi am Frühstückstisch wurde der Kooperationsvertrag abgeschlossen und fortan sollten die sonntäglichen Spiele der Schwarz-Weißen genauso zelebriert werden wie die Spiele Jenas. Die davon begeisterten Bedburgerinnen zeigten sich dankbar und stellten sich zum Jenaer Halbfinale gegen Vorjahressieger Bayer 04 Leverkusen geschlossen inklusive Trainerteam in den Jenaer Fan- und Elternblock. Die bei Jenaer Spielen sowieso schon hohe Lautstärke wurde damit spürbar um weitere Dezibel erhöht.

Die Leverkusenerinnen waren auf ihrem Weg zum Titel im Jahr 2018 die einzige Mannschaft, die den FF USV bezwingen konnte. Nicht nur, um einen anderen Titelträger zu sehen, lagen die Sympathien der meisten Zuschauer auf Jenaer Seite. Bayer machte sich in den Partien zuvor nicht gerade Freunde, als man zahlreichen Rück- und Querpässen teilweise unansehnlichen Fußball zeigte und es dabei sogar schaffte, ein Pfeifkonzert zu provozieren.

Im Halbfinale wurde dies glücklicherweise eingestellt. Leverkusen gab zunächst den Ton an und ging mit 1:0 in Führung. Jena kam in der Folge gegen die rot-schwarze Abwehr nicht wirklich an. Bis zum Ende probierte man sich in Offensivbemühungen, schaffte es aber nicht, den Ball im Tor unterzubringen. Mit einer nachvollziehbaren Enttäuschung schied man im Halbfinale aus.

Platz vier Neunmeterschießen

Im abschließenden Spiel um Platz vier hieß der Gegner erneut 1. FFC Turbine Potsdam, der sich im zweiten Halbfinale dem SC Freiburg mit 0:1 geschlagen geben musste.

Doch diesmal gaben die Potsdamerinnen den Ton auf dem Spielfeld an. Jena wirkte nach dem langen Wochenende, die Vorbereitungen auf die Rückrunde in der B-Juniorinnen-Bundesliga hatten schließlich noch nicht begonnen, müde und etwas gehemmt. Zu wenig Bewegung war noch im Jenaer Spiel, das am Vormittag noch begeisterte, vorhanden und die Mannschaft konnte sich nur wenige gute Torchancen herausspielen. Einer frühen Turbine-Führung setzte man zwar alle Kraftreserven entgegen, doch die verbleibende Zeit auf der Uhr wurde verschwand stetig. Der erlösende Jubel der Eltern und Anhänger sollte bis zur letzten Spielsekunde aufgeschoben werden, als Josefine Schlichting zum Torschuss ansetzte und mit dem Abpfiff den Ball über die Torlinie beförderte – 1:1 – Neunmeterschießen!

Das Trainerteam Pochert/Schliewe und Sportpsychologin und Betreuerin Iveta Motlová schworen das Team im Kreis noch ein und gaben ein paar letzte Worte auf dem Weg für die für die (neutralen) Zuschauer unterhaltsame, für Beteiligte aber nervlich belastende Version der Spielentscheidung.

Der erste Schuss saß auf beiden Seiten, doch im zweiten Versuch zielte Jenas Lara Krauße zu genau und vergab knapp neben das Tor. Potsdam konnte das Geschenk jedoch nicht annehmen, denn den direkt folgenden schlecht geschossenen Versuch in die Mitte des Gehäuses parierte Jenas Torhüterin Natalie Schmidt.

Es folgte auf beiden Seiten eine Trefferserie. Als alle vorgesehenen Schützinnen einmal ausführen durften, begann das Spielchen erneut. Leider war es Jenas Melina Mehler, die den entscheidenden Versuch nicht verwerten konnte und den Jubel der Potsdamerinnen über den Bronzerang bei den Gütersloher Hallenmasters einleitete.