Am Ende fehlt die Kraft

B-Juniorinnen-Bundesliga: FF USV Jena – 1. FFC Turbine Potsdam 0:2 (0:0)

Am Ende fehlt die Kraft

Viel vorgenommen hatte sich die U17 des FF USV Jena für die Partie gegen den 1. FFC Turbine Potsdam. Vor einer bei tollem Wetter großen Kulisse, aufgefüllt durch viele mitgereiste Gästefans und -eltern sowie Jenas ehemalige Nachwuchs-, Bundesliga- und Juniorennationalspielerin Lina Hausicke, waren beide Mannschaften in der ersten Halbzeit auf den Feld ebenbürtig, der zweite Durchgang gehörte dann jedoch den Potsdamerinnen, die am Ende die drei Punkte verdient aus dem Paradies entführten.

Jena begann gut und hatte in der siebten Minute die erste Chance des Spiels: nach einer Ecke von Denise Landmann stieg Michelle Smyla am höchsten, ihr Kopfball ging nur knapp am rechten Torpfosten vorbei. Kurz darauf wurde Luca Birkholz schön freigespielt, allein vor dem Tor scheiterte sie jedoch aus spitzem Winkel an der Gästekeeperin. Eine ähnliche Szene sollte auch nach einer halben Stunde nicht zum Torerfolg führen, sodass Jenas beste Torschützin zum ersten Mal in dieser Saison ohne eigenen Treffer bleiben sollte.

Eine kurze Phase im ersten Durchgang gehörte den Turbinen, da sich Jena im Spielaufbau einige Fehler leistete. Die größte Chance produzierte die Heimmannschaft dabei selbst: nach einem Abstimmungsfehler wurde ein Rückpass zu Sina Wunderlich fast zum Eigentor. Die anschließende Ecke wurde in höchster Not im Getümmel geklärt

Doch Jena rappelte sich wieder auf und traf innerhalb von fünf Minuten zweimal die Latte. Hatte sich zunächst Melina Mehler auf der linken Seite schön durchgespielt und zu genau aufs Tor gezielt (33.), war im Anschluss ein Freistoß von Jenas Kapitänin Denise Landmann aus zentraler Position knapp vor dem Strafraum etwas zu hoch angesetzt (37.).

Eine Jenaer Führung wäre zur Pause gerecht gewesen, die Blau-Weißen erarbeiteten sich ein Eckenverhältnis von 7:1 – doch sie schossen keine Tore.

Im zweiten Durchgang war der 1. FFC Turbine Potsdam von Anfang an die wachere Mannschaft. Jena kam nicht mehr richtig in die Zweikämpfe und konnte sich mehrfach bei der guten Torhüterin Sina Wunderlich bedanken. In der 55. Minute lag der Ball zum ersten Mal im Netz, doch Schiedsrichterin Christine Weigelt entschied zurecht auf Abseits. Nach vorn gelangen Jena nur noch sehr wenige Entlastungsangriffe, echte Torchancen sollten sich keine mehr ergeben.

Man merkte der Jenaer Mannschaft die stressigen letzten Tage und Wochen an: nach dem Bundesfinale von Jugend trainiert für Olympia, der Abstellung einiger Spielerinnen für den U18-Länderpokal des DFB in Duisburg und den aktuellen Herbstferien konnte die Mannschaft vor der Partie nur zweimal gemeinsam trainieren.

Die Führung für die Gäste fiel schließlich nach 66 Minuten: Rieke Tietz setzt sich im Zentrum geschickt durch, und hat frei vor dem Tor keine Mühen, um zum 1:0 einzuschieben. Jena versucht noch einmal alles, die eigenen Angriffe werden jedoch zu unkonzentriert ausgespielt und entwickeln sich zu brandgefährlichen Kontern der Potsdamerinnen.

Kurz vor dem Abpfiff erzielt Alisa Grincenco das 2:0 für die Gäste (75.), die durch einen Lattentreffer in der Nachspielzeit sogar noch hätten erhöhen können. Ein 3:0 wäre jedoch aufgrund der ersten Halbzeit zu viel des Guten gewesen.

Jenas Trainerin Anne Pochert zeigte sich nach dem Spiel zwar traurig über das Ergebnis, enttäuscht über die Leistung ihrer Mannschaft war sie jedoch nicht. „An guten Tagen können wir gegen Potsdam punkten. Wir wollten die Räume eng machen und eng verschieben. Im ersten Durchgang haben wir das gut geschafft. Wenn wir dann unsere hochkarätigen Chancen nutzen, dann geht dieses Spiel anders aus. In der zweiten Halbzeit war es eine Kraftfrage. Wir kamen nicht mehr in die Zweikämpfe und haben Potsdam die Räume geöffnet. Dadurch sind sie ins Rollen gekommen. Sina hat gut gehalten, sonst hätte das Ergebnis noch höher ausfallen können.

Die erste Halbzeit war ok – sogar sehr ok, den zweiten Durchgang haben wir abgeschenkt.“

Positiv aus FF-USV-Sicht: nach langer Verletzungspause konnte Pia Huck heute wieder die ersten Minuten auf dem Feld absolvieren.

 

FF USV Jena: Sina Wunderlich, Luise Gäbler, Hannah Lehmann, Luca Birkholz, Melina Mehler (76. Natalie Schmidt), Denise Landmann, Lara Krauße, Nissa Stötzer, Annkathrin Büchner (64. Maria Moysidou), Michelle Smyla, Josefine Schlichting (73. Pia Huck)

Tore: Rieke Tietz (66.), Alisa Grincenco (79.)

Fotos: Hannes Seifert / FF USV Jena

 
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