U17 mit starker Leistung und leeren Händen

B-Juniorinnen-Bundesliga: FF USV Jena – SV Werder Bremen 1:2 (0:0).

U17 mit starker Leistung und leeren Händen

 

 

Gegen den favorisierten Tabellenzweiten vom SV Werder Bremen spielt die U17 des FF USV Jena lange gut mit und bestimmt das Spiel. Doch am Ende steht das Glück auf Seiten der Norddeutschen und die Mannschaft von Anne Pochert verliert die Partie mit 1:2. Doch beginnen wir chronologisch.

Nachdem sich beide Mannschaften erst einmal abtasten mussten, nimmt das Spiel nach rund zehn Minuten an Fahrt auf. Die ersten beiden Chancen bieten sich dem FF USV: eine Flanke von Joleen König findet in der Mitte den Kopf von Sonja Merazguia, diese bringt allerdings nicht genug Druck hinter den Ball, sodass dieser kein Problem für Bremens Torhüterin Lenja Kenstel darstellt. Wenige Augenblicke später findet die nächste Jenaer Flanke, diesmal gespielt von Luca Birkholz, die sich nach Pass von Sonja Merazguia schön auf der Außenbahn durchsetzt, den Weg in den Bremer Strafraum. Aber auch Victoria Jähnert im Zentrum bringt nicht die benötigte Geschwindigkeit auf.

Der FF USV steht hinten sicher, nur einmal kommt Bremen vor der Pause wirklich zum Abschluss. Dieser wird allerdings gleich richtig gefährlich: Einen Torschuss aus drei Metern nach einer Ecke lenkt Jenas Torhüterin Aaliyah Thomas großartig an die Latte. Nach kurzer Unordnung im Strafraum kann der zurückspringende Ball schließlich noch von der Torlinie weggeschlagen werden.

In der Folge nehmen die Torchancen leicht ab, Jena behält aber trotzdem die Oberhand im Spiel. Der FF USV versucht es einige Male mit Weitschüssen auf das Tor der etwas unsicher wirkenden Bremer Hüterin, die Bälle verfehlen das Tor meist nur knapp. Einen zu kurz geratenen Abschlag, während das Tor noch leer ist, versucht Kapitänin Paula Klensmann nach 34 Minuten direkt zu verwerten. Sie wird allerdings im letzten Moment von den Beinen geholt. Der anschließende Freistoß durch Denise Landmann kann gerade so noch pariert werden.

So bleibt es beim 0:0 zur Halbzeit. „Mit dem ersten Durchgang bin ich sehr zufrieden. Wir haben stark gespielt, waren griffiger und hatten mehr Ballbesitz“, so das Fazit von Anne Pochert zur Pause. Oft konnte sich Jena über die Außen durchsetzen, teilweise hätte man die eigenen Räume aber noch effektiver nutzen können.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit drängt Bremen nach vorn, diese Phase wird aber durch die verdiente Jenaer Führung jäh gestoppt. Eine Ecke von Denise Landmann findet zuerst den Kopf von Nelly Juckel. Die Werder-Torhüterin kann zunächst parieren, doch Pia Große im Nachschuss befördert den Ball hinter die Linie – 1:0. Die Führung gibt Jena Kraft und man versucht in der Folge, ein zweites Tor nachzulegen. Der eigene Ballbesitz konnte allerdings nicht zwingend ausgespielt werden.

Nach 58 Minuten zeichnet sich Jenas Torhüterin Aaliyah Thomas erneut aus: Bremen kontert über die rechte Außenbahn, die freistehende Stürmerin im Zentrum schließt fallend im Fünfmeterraum ab, doch die Keeperin bekommt noch ihren Arm an den Ball.

In Minute 68 dann der Ausgleich: nach einem Abstoß steht Thomas zu weit vor dem Tor, Bremens Nora Clausen fasst sich ein Herz und zieht aus 35 Metern ab. Der Ball senkt sich über die Torhüterin hinweg ins Tor. Nora Clausen trifft gerne gegen Jena: bereits im Hinspiel der Allianz Frauen-Bundesliga traf sie kurz vor Ende zum 2:2-Ausgleich für Werder, dabei erzielte sie ihr erstes Tor im Frauenfußball-Oberhaus.

Kurz darauf dreht Bremen das Spiel: Nach einem Offensivfoul kommt eine Jenaer Spielerin im Fallen mit der Hand an den Ball, Schiedsrichterin Franziska Brückner zeigt auf dem Elfmeterpunkt. Diese Entscheidung ist durchaus vertretbar, nichtsdestotrotz aber schmeichelhaft für die Gäste von der Weser. Kim-Sophie Baade verwandelt sicher zum 1:2 (75.).

Jena versucht noch einmal alles, der Ausgleich sollte aber nicht mehr fallen. Eine Unstimmigkeit zwischen Innenverteidigerin und Torhüterin versucht Victoria Jähnert auszunutzen, in ihre Torschüsse wirft sich jeweils eine Bremerin, bevor der Winkel am Ende zu spitz wird.

Der SV Werder Bremen gewinnt die Partie im Paradies mit 2:1 und bleibt damit dem VfL Wolfsburg im Kampf um die Nord-/Nordost-Meisterschaft auf den Fersen. „Unverdient“, so Anne Pochert über das Spiel, „wir hätten heute mindestens ein Unentschieden holen müssen. Nach dem guten ersten Durchgang standen wir in der zweiten Halbzeit tiefer und haben Bremen mehr ins Spiel kommen lassen. Dadurch haben sie sich Chancen erarbeitet und sie haben natürlich die Qualität für zwei Tore. Der Elfmeter war unnötig, aber uns fehlte heute einfach das Glück.“

Zumindest die andauernde Torflaute konnte Jena überwinden. „Es war trotzdem bezeichnend, dass unser Treffer nach einem Standard fiel. Aus dem Spiel heraus können wir noch mehr tun.“ Zeit dafür bleibt in den verbleibenden zwei Saisonspielen gegen Hamburg und in Neubrandenburg. Für Jena geht es dabei tabellarisch um nichts mehr, sowohl nach oben als auch nach unten befindet man sich im gesicherten Mittelfeld.

 

FF USV Jena: Aaliyah Thomas, Pia Große (73. Lara Krauße), Paula Klensmann, Nelly Juckel, Denise Landmann, Sonja Merazguia (64. Anna-Sophie Berk), Victoria Jähnert, Josefine Schlichting, Joleen König, Bianka Passeck, Luca Birkholz (52. Willow-May Penndorf)

Tore: 1:0 Pia Große (51.), 1:1 Nora Clausen (67.), 1:2 Kim-Sophie Baade (75., Handelefmeter)

Schiedsrichterin: Franziska Brückner

Zuschauer: 53

 

Foto: Hannes Seifert / FF USV Jena

 

 
 
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