U17 mit Ausrufezeichen gegen den deutschen Meister

B-Juniorinnen-Bundesliga: FF USV Jena – VfL Wolfsburg 3:3 (1:3)

U17 mit Ausrufezeichen gegen den deutschen Meister

„Das ist Nachwuchsfußball“, so Jenas Trainerin Anne Pochert, „in den letzten beiden Wochen kassieren wir insgesamt 14 Gegentore und heute liefern wir diese fantastische Leistung ab“. Sichtlich beeindruckt zeigte sie sich kurz nach Abpfiff von dem, was ihre Mannschaft auf den Platz gebracht hatte. Mit dem 3:3-Unentschieden war der FF USV Jena die erste Mannschaft der Saison, der gegen die Grün-Weißen, den amtierenden deutschen U17-Meister, einen Punktgewinn feiern konnte.

Dabei standen die Vorzeichen vor der Partie nicht gut: zuletzt 0:8 gegen den SV Meppen, 0:6 beim SV Werder Bremen, mit Hannah Lehmann (gesperrt) und Luise Gäbler (verletzt) fielen zwei wichtige Spielerinnen aus, Eve Boettcher und Melina Reuter feierten unter der Woche ihr Debüt für die deutsche U15-Nationalmannschaft (5:0 und 3:2 gegen die Schweiz) und waren dementsprechend nicht ganz frisch.

Doch direkt nach Anpfiff war von diesen vermeintlichen Nachteilen nichts zu spüren: zwar legten die Gäste ordentlich Tempo vor, doch die Jenaer Defensive stand sicher und ließ ihre Torhüterin Rosemarie Fehr, heute mit Startelfdebüt für den Jenaer Nachwuchs, gar nicht erst in Bedrängnis kommen. Immer hellwach, in den Zweikämpfen aggressiv und mit einer mannschaftlichen Geschlossenheit ließ der FF USV kaum Torchancen zu, brauchte allerdings mit zur Mitte der ersten Halbzeit, um selbst zum Abschluss zu kommen. Da auch die Gäste aus der Autostadt ihr Bestes auf dem Rasen gaben, entwickelte sich ein für die Zuschauer sehr spannendes Spiel.

In der 28. Minute die Gästeführung: durch das Zentrum konnte man sich in den Jenaer Strafraum kombinieren, Elisa Klein markierte das 0:1. Nur Sekunden später das 0:2: der FF USV hatte sich noch nicht wieder sortiert, da wurde Sina Anger auf der rechten Außenbahn freigespielt und schloss entgegen der Laufrichtung von Torhüterin Fehr ins lange Eck ab (39.).

Doch anders als in den letzten Partien gab sich die Heimelf nicht auf: nachdem es Annkathrin Büchner und Nicole Gaßmann zunächst aus der Distanz probierten, gelang Anika Bräutigam schließlich der Anschlusstreffer, aus kurzer Distanz staubte Jenas Stürmerin ab (35.).

Auf einmal war Jena im Spiel, doch nur Sekunden nach dem 1:2 stellten die Wolfsburgerinnen den Zwei-Tore-Abstand wieder her. Nach einem Foul im Strafraum zeigte die souveräne Schiedsrichterin Katharina Linke auf den Elfmeterpunkt, Elisa Klein verwandelte sicher (36.).

Das 1:3 markierte den Halbzeitstand einer munteren Partie. „Trotz des Rückstandes habe ich gespürt, dass hier noch nichts verloren ist“, so Trainerin Pochert. In der Tat behielt sie Recht, denn die zweite Hälfte gehörte dem Team in Blau-Weiß, das sich durch leidenschaftlichen Kampf in das Spiel zurückarbeitete und gegen Ende damit auch die Gäste beeindruckte. Nach einer Ecke von Annkathrin Büchner erzielte Nissa Stötzer per Kopf den 2:3-Anschlusstreffer (47.), wenige Minuten später zeichnete sie sich auch für den Ausgleich verantwortlich. Ein Freistoß von Melina Reuter aus 25 Metern Torentfernung landete zunächst an der Latte, Jenas Defensivkraft stand am richtigen Ort und staubte eiskalt zum 3:3 ab (55.). Zweimal zur Behandlung am Boden, hohe Laufbereitschaft, dazu zwei Tore, trotzdem bis zum Abpfiff auf die Zähne gebissen und 100% auf dem Feld gegeben – beispielhaft bildete die Leistung von Nissa Stötzer heute das Auftreten der gesamten Mannschaft ab.

Zwar musste sich auch Rosemarie Fehr im Jenaer Tor, die sich als sehr sicherer Rückhalt erwies und eine tolle Strafraumbeherrschung an den Tag legte, noch einige Male auszeichnen, doch dem vierten Tor waren die Blau-Weißen näher als die Mannschaft in Grün.

Am Ende sollte jedoch kein weiterer Treffer fallen, die Heimmannschaft war nach diesem Ausrufezeichen trotzdem mehr als zufrieden. „Ich bin richtig stolz auf meine Mannschaft“, so Pochert nach Abpfiff, „wir haben im Training zuletzt einen Menge angesprochen. Die Mädels haben heute die Antwort gegeben und gezeigt, dass sie lernwillig sind. Wir haben heute echten Kampfgeist gezeigt. Dann hat man gesehen, dass für uns alles möglich ist. Dafür dürfen wir aber kein Prozent weniger auf den Platz bringen. Am Ende hatten wir das 4:3 eher auf dem Fuß als Wolfsburg, doch mit dem Punkt sind wir trotzdem hochzufrieden.“

In zwei Wochen (16. November) die Auswärtsfahrt zum 1. FFC Turbine Potsdam an, wo die Leistung des Wolfsburg-Spieles bestätigt werden soll.

In der kommenden Woche reisen die drei Jenaerinnen Nicole Gaßmann, Nissa Stötzer und Hannah Lehmann zum dreitägigen Sichtungslehrgang der deutschen U16-Nationalmannschaft nach Hennef (28.-30.10.2019). Wir wünschen beiden viel Erfolg!

 

FF USV Jena: Rosemarie Fehr, Nicole Gaßmann, Annkathrin Büchner, Maxi Schulze, Saphira Höne, Nissa Stötzer, Anika Bräutigam (80. Maria Moysidou), Johanna Seifert, Emily Reske, Melina Reuter (80. Lara Schubart), Melina Mehler (80. Lisa Pittroff)

Tore: 0:1 Elisa Klein (28.), 0:2 Sina Anger (29.), 1:2 Anika Bräutigam (35.), 1:3 Elisa Klein (36., Foulelfmeter), 2:3 Nissa Stötzer (47.), 3:3 Nissa Stötzer (55.)

Gelbe Karten: Saphira Höne, Melina Mehler / Holger Ringe (Trainer VfL Wolfsburg)

 

Fotos: Hannes Seifert / FF USV Jena

 
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