Eines Saisonfinales würdig – U17 dreht verloren geglaubtes Spiel

B-Juniorinnen-Bundesliga: FC Hertha 03 Zehlendorf – FF USV Jena 3:5 (2:0)

Eines Saisonfinales würdig – U17 dreht verloren geglaubtes Spiel

8:0. So endete das Hinspiel zwischen der U17 des FF USV Jena und dem FC Hertha 03 Zehlendorf. Das Rückspiel in der Bundeshauptstadt sollte jedoch komplett anders verlaufen. Die Zehlendorferinnen standen schon lange vor dem letzten Spieltag als Absteiger fest, konnten erst einen Sieg im Saisonverlauf einfahren. Doch sie wollten sich unbedingt positiv von ihrem Heimpublikum verabschieden – was ihnen bis kurz vor Schluss auch gelang.

Die Gäste begannen die ersten Minuten offensiv, fanden aber nicht die Lücken in der kompakten Zehlendorf-Defensive. Die Hausherrinnen lauerten stattdessen auf Fehler und versuchten sich über Konter.

In der elften Minute wurde ein solcher schneller Angriff zum ersten Mal brandgefährlich. Vor allem über die linke Außenbahn kombinierten sich die Herthanerinnen über wenige Stationen immer wieder vor das Jenaer Tor. Im ersten Anlauf landete der Torschuss knapp neben dem Pfosten (11.), der zweite Versuch wurde erst auf der Torlinie geklärt (12.), bei der dritten Gelegenheit lag der Ball dann im Gehäuse – 0:1 aus Jenaer Sicht (14.).

Es folgte noch schlimmer für die Gäste: wieder über die schnelle linke Außenbahn gelang Zehlendorf in den Strafraum. Dort wurde die Stürmerin regelwidrig von den Beinen geholt – Elfmeter! Elina Frieauff ließ Natalie Schmidt im Jenaer Tor keine Chance – 0:2 (25.).

Bei sommerlichen Temperaturen im Südwesten Berlins war Jenas Trainerin Anne Pochert mit der Leistung der Gäste überhaupt nicht zufrieden. In der Offensive fehlten die Ideen, der letzte Pass kam nicht an, zu oft entschied man sich für den komplizierteren Weg. Noch vor der Pause reagierte die Trainerin mit einem Doppelwechsel. Doch ein Distanzschuss von Nelly Juckel, der das Hertha-Tor um einige Meter verfehlte, sollte bis dorthin die gefährlichste Jenaer Aktion bilden.

Die anschließende Pause nutzten Mannschaft und Trainerteam, um sich bei anstrengenden Wetterbedingungen neu zu sammeln und einige taktische Änderungen zu besprechen.

Man merkte der U17 des FF USV vom Anstoßpunkt weg an, dass sie noch einmal alle Kräfte investieren wollte, um das Spiel zu drehen. Es dauerte nur fünf Minuten, bis Josefine Schlichting auf der rechten Außenbahn freigespielt wurde, ihre Flanke landete bei Luca Birkholz, die souverän verwandelte (45.).

Nur noch 1:2, Jena war wieder da! Von nun war Feuer im Spiel, es ging munter hin und her, Jena drückte auf den Ausgleich. Dieser sollte zehn Minuten später fallen: im Zentrum setzte sich Annkathrin Büchner gegen ihre Gegenspielerinnen durch und fand mustergültig die Lücke für Josefine Schlichting – Ausgleich (55.)!

Doch der FC Hertha gab sich nicht auf, auch im zweiten Durchgang setzte man auf die Konterstärke. Verhinderten zunächst der Pfosten und Torhüterin Natalie Schmidt einen erneuten Jenaer Rückstand, so mussten sie Zehlendorf wenig später doch noch einmal beim Jubeln zusehen. Im Strafraum setzte sich Xenia Zeinert viel zu einfach gegen mehrere Jenaerinnen durch und schob zum 3:2 ein (66.).

Doch nachdem man sich bereits in die Partie zurückgekämpft hatte, wollte man dies auf Jenaer Seiten nicht wieder herschenken. Denise Landmann und Luca Birkholz hatten den erneuten Ausgleich fast auf dem Fuß, doch erneut war es Josefine Schlichting, die ihren zweiten Treffer des Tages erzielte – 3:3 (73.).

Die Mannschaft von Anne Pochert und Christoph Schliewe drängte nun gar auf den Sieg, dem Jenaer Offensivbollwerk war die Berliner Defensive nicht mehr gewachsen. Innerhalb von fünf Minuten wurde aus einem 2:3 ein 5:3. Hannah Lehmann brachte den FF USV zunächst in Führung (74.), das fünfte Tor resultierte gar aus einem Eigentor (78.).

Am Ende durften die Gäste jubeln, was sich zur Halbzeit alles andere als abgezeichnet hatte. „Ein toller Saisonabschluss“, so Trainerin Pochert nach Abpfiff, „wir haben uns mit der zweiten Halbzeit belohnt. Niemand hat die Köpfe hängen lassen, das zeugt von einer sehr guten mannschaftlichen Geschlossenheit."

Damit belegt der FF USV Jena in der Endabrechnung den siebten Rang mit einem Torverhältnis von 40:39 Toren und 23 Punkten aus 18 Spielen. Nun steht die wohlverdiente Sommerpause in der B-Juniorinnen-Bundesliga an, bevor in der kommenden Saison wieder angegriffen werden soll.

Das Gesicht der Mannschaft wird sich allerdings verändern: die Spieler des Jahrgangs 2003 rücken auf in die blau-weiße U21 oder erste Mannschaft, viele junge Talente des Jahrgangs 2005 kommen nach.

 

FF USV Jena: Natalie Schmidt, Luise Gäbler, Hannah Lehmann, Nicole Gaßmann, Josefine Schlichting, Melina Mehler, Denise Landmann, Lara Krauße (34. Luca Birkholz), Svenja Paulsen, Nelly Juckel, Maria Moysidou (34. Annkathrin Büchner)

Tore: 1:0 Naika Reisser (13.), 2:0 Elina Frieauff (25., Foulelfmeter), 2:1 Luca Birkholz (45.), 2:2 Josefine Schlichting (55.), 3:2 Xenia Zeinert (66.), 3:3 Josefine Schlichting (73.), 3:4 Hannah Lehmann (74.), 3:5 Lena-Melina Schulze (78., Eigentor)

Fotos: Hannes Seifert / FF USV Jena

 

 
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