Die Kirsche auf der Sahne

Die U21 des FF USV Jena startet am Montag in die Relegation.

Die Kirsche auf der Sahne

Die Staffel Nord der 2. Frauen-Bundesliga ist beendet. Nach einer Findungsphase durchlief die U21 des FF USV Jena eine beeindruckende Entwicklung. Zwischenzeitlich belegte man Rang 1 der Rückrundentabelle. Am letzten Staffelspieltag konnte Blau-Weiß Hohen Neuendorf mit 3:1 besiegt werden. Mit eindrucksvollen 36 Punkten erreicht die Mannschaft am Ende Relegationsplatz 7 und hat noch die Chance, sich für die eingleisige 2. Bundesliga zu qualifizieren. U21-Cheftrainer Christian Kucharz zieht eine Bilanz unter der Saison bis zu diesem Zeitpunkt und gibt einen Ausblick auf die nun anstehenden Relegationsspiele.

 

Wie zufrieden bist Du mit dem Saisonergebnis und was hat Dich am meisten stolz gemacht?

Christian Kucharz: Ich bin sehr zufrieden. Wenn es um Erfolge geht, ist immer die Frage: Wie definierst du dich als zweite Mannschaft? Da spielen einige Faktoren eine Rolle. Primär wollen wir natürlich Spielerinnen für die erste Mannschaft ausbilden, also den Übergang von der U17 in den Hochleistungsbereich ermöglichen. Wir haben im Winter vier Spielerinnen in den Kader des Allianz Frauen-Bundesligateams abgegeben. Darauf bin ich schon sehr stolz. Allerdings ist dies kein Verdienst von mir, vielmehr ist dies ein Thema was den gesamten Verein betrifft. Ich habe tolle Mädels bekommen, die ich weiterformen konnte. Außerdem bringen die Spielerinnen eine sehr hohe Eigenmotivation mit. Es ist also ein Gesamterfolg, bei dem die U21 vielleicht ein Puzzleteil ist.

Nun trainieren seit dem Winter bereits wieder zwei Spielerinnen bei uns, die noch U17-Spielerinnen sind, die regelmäßig gespielt haben, die wir frühzeitig an den Frauenbereich heranführen.

Eine weitere Aufgabe ist natürlich, dass wir mit der U21 auf möglichst hohem Niveau spielen, weil auch in einer Ausbildungsmannschaft der Wettkampf am Wochenende die wichtigste Trainingseinheit ist. Du brauchst regelmäßig einen Wettkampf auf hohem Niveau, um dich weiterzuentwickeln. Dass wir in einer zweiten Liga so eine Rolle spielen, dass wir uns für die Relegation zur eingleisigen 2. Frauen-Bundesliga qualifizieren, macht mich natürlich auch sehr stolz.

 

Als Aufsteiger in eine so anspruchsvolle Liga zu kommen und sich über die Saison hinweg konsequent zu steigern, kommt nicht von ungefähr. Worin liegt der Schlüssel eures Erfolges?

 

C.K.: Es ist wichtig, an dieser Stelle Erfolg zu definieren. Sind wir erfolgreich, weil wir Relegationsplatz 7 erreicht haben oder gibt es andere Parameter? Bis in die 87. Minute stand es gegen Hohen Neuendorf 1:1 – damit wären wir Achter geworden. Ist die Saison erfolgreich, weil wir in der 88. Minute das 2:1 machen? Für mich ist das die Kirsche auf der Sahne - auf ein insgesamt sehr erfolgreiches Jahr. Erfolg ist für mich, wenn wir es schaffen, Spielerinnen weiterzuentwickeln und das kann man an Leistungen, nicht unbedingt an Ergebnissen festmachen.

Ich bin davon überzeugt, dass der Schlüssel hierzu im Verbundsystem der Ausbildung liegt. Das beginnt im Nachwuchs, wird über die Eliteschule aktiv begleitet. Wir als U21 partizipieren dann an diesem System. Innerhalb der Mannschaft bist du dann natürlich nur erfolgreich, wenn du als Truppe funktionierst. Unsere Rahmenbedingungen sind sicher nicht mit größeren Vereinen vergleichbar – mit diesen Teams dennoch mitzuhalten, geht nur über Qualität und Mentalität der Mannschaft.

Nach dem Potsdam-Spiel in der Hinrunde (1:4) haben wir darüber hinaus ab da einen sehr offenen und ehrlichen Austausch betrieben, der beidseitig sehr gut funktioniert hat. Wir haben uns über alles unterhalten, uns da gestärkt, wo es bereits gut lief und Sachen besprochen, die wir noch verbessern konnten. Das hat sehr gut funktioniert.

 

In der Relegationsgruppe 1 trifft die U21 nun auf Eintracht Frankfurt, den SV Weinberg und den FC Speyer 09. Wie gut lassen sich diese Gegner einschätzen und wie läuft die Vorbereitung auf diese Spiele?

C.K.: Ich kenne die Mannschaften nicht. Aber alle drei haben sich über ihre Regionalligastaffeln qualifiziert. Und wir wissen noch sehr gut, was das heißt, wie viel Euphorie man mitbringt. Denn eine Regionalliga zu gewinnen ist nicht einfach. Wer das schafft, bringt eine enorme Qualität mit. Wir haben also größten Respekt vor diesen Gegnern.

Die Vorbereitung auf diese Spiele läuft genau wie in der gesamten Saison. Wir konzentrieren uns auf uns und unsere Spielidee.

 

Auch wenn die U21 den Gruppensieg erreichen sollte, hängt der Klassenerhalt auch vom Saisonergebnis der „Ersten“ ab. Spielt dies in den Köpfen eurer Spielerinnen eine Rolle?

C.K.: Ich würde wahrscheinlich lügen, wenn ich sagen würde, dass das in den Köpfen überhaupt keine Rolle spielt. Da wird auch mal drüber gesprochen und wir beobachten das ganz emotional. Es gibt ja auch einen sehr engen Austausch zwischen erster und zweiter Mannschaft. Was aber definitiv keine Rolle spielt, ist, dass dieses Thema auf dem Platz in Erscheinung tritt. Unsere Spielerinnen wollen Spiele gewinnen, sie sind gierig nach Erfolg. Das muss im Training genauso sein, wie im Testspiel und im Testspiel genau wie im Pflichtspiel und so sind die Mädels. Dafür lege ich meine Hand ins Feuer. Das hat die Mannschaft die ganze Saison bewiesen.

 

Erster Relegationsgegner ist bereits am Montag Eintracht Frankfurt. Wie sehen Deine Erwartungen an diese Begegnung aus?

C.K.: Ich erwarte einen sehr starken Gegner, der – wie bereits gesagt - mit viel Euphorie anreist. Kleinigkeiten könnten hier den Unterschied machen. Wir erwarten Eintracht Frankfurt mit ganz viel Respekt und Demut, konzentrieren uns aber darauf, was wir können und das wollen wir am Montag auf den Platz bringen. Alles andere entscheidet sich am Montag nach dem Anpfiff.

Am Pfingstmontag wird die U21 das erste von drei Relegationsspielen bestreiten. Gespielt wird nicht wie gewohnt auf Platz 3 im Ernst-Abbe-Sportfeld, sondern ausnahmsweise im Universitätssportzentrum Jena. Der Anpfiff in der Partie gegen die SG Eintracht Frankfurt ertönt um 14 Uhr.

 

 
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