Die richtige Antwort

2. Frauen-Bundesliga: U21 des FF USV Jena siegt auch in Potsdam.

Die richtige Antwort

Nur drei Tage nach der deutlichen 3:0-(1:0)-Niederlage beim VfL Wolfsburg II war die FF USV Jena U21 am gestrigen Mittwochnachmittag erneut in einem Auswärtsspiel der 2. Frauen-Bundesliga gefordert. Mit dem 1. FFC Turbine Potsdam II wartete auf die Mannschaft aus dem Paradies dabei erneut eine anspruchsvolle Aufgabe gegen eines der Spitzenteams der Liga. Drei Punkte gegen Jena hätten für Potsdam den Sprung an die Tabellenspitze bedeutet. FF-USV-Cheftrainer Christian Kucharz zeigte sich im Vorfeld der Partie gespannt, wie seine Spielerinnen den Dämpfer vom Wochenende wegstecken würden und lobte im gleichen Zug Moral und Einstellung der Mannschaft. Die Antwort – und Bestätigung – folgte am gestrigen Nachmittag auf dem Platz im Potsdamer Sportforum Waldstadt.

Vom Anpfiff weg zeigten sich die Gäste angriffslustig und lauerten auf Fehler der favorisierten Potsdamerinnen, welche auch prompt zu ersten Jenaer Torchancen führen sollten. Die frühe Führung auf dem Fuß hatte so Anna Weiß, welche nach eigener Balleroberung schnell umschaltete, sich an die Strafraumgrenze durcharbeitete und zum Abschluss kam. Leicht zu hoch angesetzt, musste Torhüterin Schuldt allerdings bei diesem Schuss noch nicht eingreifen (4.). Nur kurz darauf verpasste Maren Tellenbröker nach einer platzierten Ecke ebenfalls nur knapp den ersten Jenaer Treffer (5.).

Die Anfangsphase sollte somit fast ausschließlich den Gästen aus Thüringen gehören. Nur selten verlagerte sich das Spiel in die Jenaer Hälfte. Umso größer der Jubel, als der FF USV dann tatsächlich Kapital aus den eigenen Offensivbemühungen schlagen und in Führung gehen konnte. Nach guter Vorarbeit durch Anna Weiß und Hannah Keane, deren Schuss von Inga Schuldt noch abgewehrt werden konnte, kam der Ball zu Linda Preuß, die keine Mühe hatte, diesen im linken unteren Eck unterzubringen (19.).

Der Treffer beflügelte das Jenaer Spiel weiter, stellte jedoch auch einen Weckruf für die Turbinen dar, welche im zweiten Teil des ersten Durchgangs nun deutlich stärker agierten, als zuvor und selbst Chancen kamen. Eine eben solche führte kurz nach der Führung zum ersten Wehrmutstropfen aus Jenaer Sicht. Beim Versuch, eine gute Potsdamer Möglichkeit zu verhindern blieb Abwehrchefin und Kapitänin Tina Kremlitschka zwar Siegerin, verletzte sich jedoch bei der Aktion und musste ausgewechselt werden (23.). Leider sollte sie nicht die einzige bleiben.

Die vom Cheftrainer gelobte Mannschaftsmoral zeigte sich gerade in dieser Phase des Spiels. Trotz des Ausfalls von Spielführerin Kremlitschka bewahrte die Verteidigung einen kühlen Kopf und überstand die Angriffsbemühungen der Brandenburgerinnen, die sich jetzt vermehrt boten. Beste Möglichkeiten zum Ausgleich hatten Tabea Schütt, die den Innenpfosten traf (31.) und Laura Lindner, die aus etwa zwei Metern über das Tor köpfte (42.).

Auch in der zweiten Halbzeit zeigten sich die Gastgeberinnen um den Ausgleich bemüht und erhöhten den Druck. Tatsächliche Torchancen waren jedoch selten und wurden ansonsten von den Torhüterinnen verhindert. Die etwa vierzig Zuschauer bekamen nun ein ausgeglichenes Spiel geboten.

Weder das entscheidende 0:2, noch der Ausgleich wollten fallen und so hielt die Spannung in der umkämpften Partie bis zum Schluss an. Bitter für Jena: Mit Annika Graser musste in der Schlussphase eine weitere Spielerin verletzungsbedingt ausgewechselt werden (83.). Doch auch sie konnte jubeln, als Schiedsrichterin Kristina Steckermeier wenig später die Partie abpfiff und feststand: Jena hatte ein weiteres Spitzenteam geschlagen. „Ich ziehe meinen Hut vor diesen Mädels.“, so das Statement des mehr als zufriedenen Cheftrainers Christian Kucharz. „Ich bin stolz, mit solch einer Mannschaft arbeiten zu dürfen, die sich durch Professionalität und ehrliche Arbeit auszeichnet.“

Bereits am Sonntag steht für die U21 das nächste Spiel in der 2. Bundesliga an. Auf Platz 3 des heimischen Ernst-Abbe-Sportfeldes empfängt man dann den drittplatzierten SV Meppen. Das vierte Spiel in zwei Wochen, in denen man es mit den Plätzen 1 bis 4 der Liga zu tun bekommt, verspricht dabei erneut spannend zu werden. Zwar zählt auch das Meppen-Spiel zu den vom Cheftrainer als „Bonusspiele“ titulierten Vergleichen, in denen nicht allein das Ergebnis im Mittelpunkt stehe, als Erster der Rückrundentabelle nach sieben von elf absolvierten Partien von einer Außenseiterrolle zu sprechen, wäre jedoch sicher zu viel. Zuschauer und Fans können sich also auf ein vielversprechendes Duell zweier guter Mannschaften freuen. Der Anpfiff ertönt am Sonntag um 11 Uhr.

 

1.FFC Turbine Potsdam II: Schuldt – Cramer, Schütt, Kellner (64. Mayer), Nitschke, Höbinger, Frehse, Lindner, Scheel, Flügge, Georgieva

FF USV Jena U21: Kiontke – Graser (83. Güther), Tellenbröker, Julević, Preuß, King, Heuschkel, M. Müller, Keane (63. Knipp), Weiß, Kremlitschka (23. Reinhardt)

Tore: 0:1 Preuß (19.)

Schiedsrichterin: Kristina Steckermeier(Landshut)

Gelbe Karten:  Cramer / -

 

Foto: Hannes Seifert / FF USV Jena

 

 
 
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