Meister der Thüringer Frauen-Verbandsliga

Die dritte Mannschaft des FF USV Jena blickt auf ein spannendes Spieljahr zurück.

Meister der Thüringer Frauen-Verbandsliga
Am 29.05.2016 um 15.49 Uhr war die Erleichterung riesengroß und die Freude überschwänglich, als der Schlusspfiff in Gera ertönte und die Dritte des FF USV Jena Thüringer Landesmeister 2016 wurde.

 

Der Gewinn der Meisterschaft war der verdiente Lohn für die harte Arbeit des gesamten Kaders.

 

Bei den Buchmachern wird zu Saisonbeginn der FF USV Jena immer als einer der Favoriten gehandelt, obwohl es intern einige Besetzungsprobleme gab. Neben den Abgängen von Mara Ludwig und Elise Seyferth musste der Ausfall von Steffi Scheide noch vor Beginn der Vorbereitung aufgefangen werden. Außerdem war der Weggang von Thérése Jaroch, der zweiten wichtigen Säule im Zentrum der Viererkette, zur Winterpause frühzeitig bekannt. Somit mussten kurzfristige und auch langfristige Lösungen für die Innenverteidigung gefunden werden. Mit Mareike Otte entwickelte sich in der Hinrunde eine echte Abwehrchefin. Zur Rückrunde gesellte sich Nicki Schmidt an ihre Seite und beide bildeten die Herzklappen im Defensivverbund.

Nach dem Aderlass gab es im Sommer auch frisches Blut für den USV-Kreislauf. So schlossen sich mit Anna Becher eine erfahrene Torhüterin und mit Lisa Wolf eine junge Spielerin mit viel Potenzial dem Team von Trainer Hollmann an. Im Laufe der Hinrunde wurde es mit dem Zugang von Amanda Halter einer US-amerikanische Collegespielerin international bei den Girls der dritten Mannschaft.

 

Bereits in der Vorbereitungsphase war dem Team anzumerken, dass es bereit ist, um Großes zu leisten. Zu jeder Trainingseinheit, ob diese im ungeliebten konditionellen oder spielerisch/taktischen Bereich angesiedelt war, die Spielerinnen gaben immer alles und pushten sich gegenseitig zur Höchstleistung. Dies blieb auch Falk Buchmann, einerseits Präsident des FF USV Jena und anderseits Chef seiner Firma `Shopkompetenz.de E-Commerce Lösungen`, nicht verborgen. In der Rolle des Firmeninhabers sponserte er der dritten Mannschaft zu Saisonbeginn neue Trikots, die zu wahren „Meistertrikots“ werden sollten. An dieser Stelle noch einmal vielen Dank für die Wertschätzung!

 

Nach einer guten Saisonvorbereitung reisten die Jenaerinnen zum Saisonauftakt voller Zuversicht in die Blumenstadt zum 1.FFV Erfurt II. In Erfurt gab es nach den ersten 90 Minuten der Saison keine Rosen, sondern eher Pechnelken oder Veilchen. Bei subtropischen Temperaturen wurde, auch wenn es bei 98 erzielten Toren etwas überheblich klingen mag, die Schwäche der Jenaerinnen aufgedeckt. Trotz Chancenplus und weitestgehender Spielkontrolle verlor die Dritte mit 0:1. Nach der Niederlage steckten die Jenaerinnen ihren Kopf keineswegs in den Sand. Mit erhobenen Hauptes und dem Glauben an die eigene Stärke starteten sie eine Siegesserie gegen Bad Salzungen mit 3:0, Weimar mit 6:1, Ilmenau mit 12:0, Schlotheim mit 1:0, Uder mit 7:0, Schott Jena mit 3:0, Meiningen mit 6:0, Sundhausen mit 4:1 und Mühlhausen mit 5:0.

Jede Serie hat einen Anfang und ein Ende. Nicht immer handelt hierbei der Drehbuchschreiber im Sinne des Publikums. Im letzten Spiel des Jahres verloren die Kickerinnen aus dem Paradies gegen den F.F.C. Gera mit 0:1 und somit auch die Herbstmeisterschaft an die Geraerinnen. Ein Grund für die Niederlage war wie schon in Erfurt das Auslassen sogenannter hundertprozentiger Torchancen. Mit dem Schlusspfiff auf heimischen Rasen gab es die „Kampfansage“ von Trainer Hollmann an seine Mannschaft mit den Worten: „Heute feiert Gera bei uns die Herbstmeisterschaft. Wir feiern dafür im Frühjahr in Gera die Meisterschaft, das ist viel schöner und das ist unser Ziel!“ .

 

Das letzte Spiel im Jahr 2015 hatte in zweierlei Hinsicht seine Besonderheit. Zum einem hatte der USV III gegen Erfurt etwas gut zu machen und zum anderem wurde Theresé “Terry” Jaroch verabschiedet. Mit 2:0 gewannen die Jenaerinnen das Duell gegen den 1.FFV Erfurt II mehr als verdient und machtendeutlich, dass die Mannschaft hinfallen kann, aber sofort wieder aufsteht. Diese Mentalität zog sich wie ein roter Faden durch die Saison.

 

Die Defensivleistung der Dritten war mit nur vier Gegentoren in der Hinrunde fantastisch. Ein Grundstein hierfür waren die Vorbereitungsspiele gegen die vereinseigenen Leistungsmannschaften, von der Ersten über die U21 bis zur U17 des FF USV Jena. In diesen Testspielen gegen die Teams von Kraus, Kucharz und Pochert war deutlich zu erkennen, dass sich die Spielerinnen um Kapitänin Annemarie Pohl sehr gut weiterentwickelt haben. In allen Belangen hat sich die Mannschaft verbessert und ist stabiler geworden. Durch eine variable Spielgestaltung konnte sich auf die Gegner eingestellt und das Spiel über weite Strecken kontrolliert werden.

In Sachen Spielanlage war der FF USV Jena III den meisten Teams überlegen, was sich zum Teil in den Ergebnissen gegen Bad Salzungen (3:1), Weimar (2:0), Ilmenau (9:0), Schlotheim (2:0-Wertung wegen Nichtantritt), Uder (4:0), Schott Jena (2:1), Meiningen (7:0) und Mühlhausen (14:0) wiederspiegelte. Dass das hohe Niveau und die Spannung bei einer Verbandsligamannschaft nicht immer zu 100 Prozent gehalten werden kann, war allen Verantwortlichen bewusst. So kam es auch, dass in Sundhausen mit 0:1 verloren wurde. Dadurch war auch klar, dass es keinen vorzeitigen Meister namens FF USV Jena geben und alles auf das große Finale hinaus laufen würde.

 

Der letzte Spieltag hätte an Spannung und Dramatik nicht mehr verkraften können. Da war die Ausgangslage, dass drei Mannschaften - Schott Jena, Gera und USV Jena - alles gewinnen oder alles verlieren können. Gegen 14 Uhr war jedoch klar; da Schott unentschieden gespielt hatte, dass nur noch der F.F.C. oder der USV den Titel gewinnen können. Dann begann ein wahres Endspiel, indem der Fußballgott alles rein packte, was nur ging – Dramatik, Spannung, Tempo, Leidenschaft, Finesse.

 

Am Ende der langen kräftezehrenden Saison war der FF USV Jena III nicht nur der glückliche, sondern auch der verdiente Sieger und somit Landesmeister 2016.

 

In den 22 Begegnungen streiften sich 31 Spielerinnen das USV-Trikot über und erkämpften 57 Punkte.

Sabrina Jähler (19), Anja Schüppel, Annemarie Pohl, Mareike Otte und Stefanie Bloch (je 18) hatten hierbei die meisten Einsätze, gefolgt von Julia Hagen, Sarah Köhler, Nicki Schmidt und Janne Mlinarsky (je 17).

 

Von den 98 Toren erzielte Stefanie Bloch 32 und sicherte sich die Torjägerkanone. Die weiteren Treffer markierten Sabrina Jähler (10) - Nicki Schmidt (9) - Kristin Steinmaus (8) - Annemarie Pohl (5) - Julia Hagen, Jasmin Herbst (je 4) - Amanda Halter, Laura Siegler, Isabel Welke (je 3) – Anja Schüppel, Sarah Köhler, Michelle Klinger (je 2) - Angela Flügel, Anke Gabel, Thérése Jaroch, Tina Kremlitschka, Sylvana Krys, Anna Makowski, Janne Mlinarsky, Mareike Otte (je 1).

 

Mit nur zwei gelben Karten sicherte sich die Dritte auch die Fairplaywertung und machte damit deutlich, dass man fair und erfolgreich zugleich Fußball spielen kann.

 

Die vergangene Saison war für den FF USV Jena III eine rundum erfolgreiche, welche die Erwartungshaltung für die Zukunft mit Sicherheit nicht verringert.

 

 
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