"Der Pokal hat seine eigenen Gesetze"

Jenny Hipp im Interview vor der DFB-Pokal-Partie gegen den FC Bayern München

"Der Pokal hat seine eigenen Gesetze"

Sie wurde in Bielefeld in der 63. Minute eingewechselt und erzielte kurz vor Schluss den Siegtreffer. Wir sprechen im Interview mit FCC-Sommerzugang Jenny Hipp (22).

Hallo Jenny, Glückwunsch zum ersten Tor im FCC-Dress, das gleichzeitig den ersten Saisonsieg gebracht hat! Hast du damit gerechnet, dass ihr in Bielefeld am Ende noch gewinnt?

Natürlich war ich vom Sieg überzeugt. Wir waren in Bielefeld sehr gut drauf und haben uns gute Chancen erarbeitet. Nur hat uns das Glück im Abschluss gefehlt. Wir sind bis zum Schluss geduldig geblieben und dann war es nur eine Frage der Zeit, bis wir endlich treffen.

Wie hat sich der erste Sieg angefühlt?

Als die Schiedsrichterin abpfiff, war es zunächst erstmal pure Erleichterung, da wir ja zuvor gegen zwei Aufsteiger nicht gewinnen konnten. Ich hoffe, dass uns das nun Selbstvertrauen für die kommenden Aufgaben gibt.

Hat sich in den ersten zwei Spielen Druck aufgebaut?

Ja, der Druck steigt immer, wenn man nicht gewinnt. Dann beginnt man sich zu hinterfragen, was man hätte besser machen können. Für uns als sehr junge Mannschaft, die auch von der Leichtigkeit lebt, waren die drei Punkte daher sehr wichtig, da wir nach der Führung wieder befreiter aufspielen konnten. Wir können nun etwas gelassener auftreten, was sich natürlich auch positiv auf die Stimmung in der Mannschaft auswirkt.

Mit dem FC Bayern wartet nun im Pokal ein ganz anderes Kaliber – hast du großen Respekt vor dem Gegner?

Respekt ja, aber keine Angst. Es überwiegt die Vorfreude, sich mit so einem Gegner messen zu dürfen. Wir sind definitiv nicht Favorit, aber wie heißt es doch so schön: der Pokal hat seine eigenen Gesetze. Wir werden uns nicht verstecken. Ziel ist es zu versuchen, so lange wie möglich die Null zu halten und es Bayern so schwer wie möglich zu machen. Abschenken werden wir das Spiel nicht, dafür haben wir in unserem Team zu viel Potential.

Nun zu dir: du bist jetzt über vier Monaten in Jena. Wie gefällt es dir bei uns?

Ich kannte Jena vorher gar nicht und war gespannt, was mich hier erwartet. Aber ich bin von Mannschaft und Trainerteam super aufgenommen worden mir gefällt es richtig gut. Vor allem mag ich das Familiäre an der Stadt. Ich muss mich wohlfühlen, um auch auf dem Platz meine Leistung bringen zu können – und das ist der Fall.

Es ist wichtig, sich während der aktiven Zeit ein zweites Standbein aufzubauen. Womit beschäftigst du dich neben dem Fußball?

Ich war zuletzt drei Jahre in den USA und habe dort ein Soziologie-Studium begonnen. Das führe ich nun als Fernstudium fort.

Vermisst du die Vereinigten Staaten, seitdem du wieder zurück bist?

Vor allem vermisse ich die Menschen, mit denen ich zu tun hatte. Aufgrund der Corona-Pandemie war das Ende sehr abrupt, sodass ich mich gar nicht richtig von allen verabschieden konnte.

Nach deiner Zeit in der Jugend von Turbine Potsdam hast du auch am College gekickt. Was hast du hier für dich mitgenommen?

Wir haben mit den UMass Minutewomen in der Division I, der höchsten College-Liga gespielt. Von der taktischen und technischen Seite ist es nicht ganz so stark wie in Deutschland. Dafür ist die Liga körperlich sehr anspruchsvoll. Die Mentalität und Einstellung zum Sport haben mich sehr geprägt.

Vielen Dank für das Interview, Jenny, und viel Erfolg gegen den FC Bayern!

 

Fotos: Hannes Seifert / FC Carl Zeiss Jena

 

 
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