Sechs Gegentore unterm Weihnachtsbaum

FLYERALARM Frauen-Bundesliga: FF USV Jena – 1. FFC Turbine Potsdam 1:6 (1:2)

Sechs Gegentore unterm Weihnachtsbaum

Nach dem sehr guten Auftritt am letzten Sonntag im Auswärtsspiel beim Zweitplatzierten TSG 1899 Hoffenheim, als man unglücklich mit 0:2 unterlag, hatte man sich beim FF USV Jena im Ostderby gegen den 1. FFC Turbine Potsdam mehr versprochen. Doch nicht nur die zahlreich aus Potsdam mitgereisten Anhänger sorgten für überlegene Gäste auf den Rängen, auch auf dem Feld gaben die Brandenburgerinnen über weite Strecken der Partie den Ton an.

Von Anfang an nahmen sich die Gäste des Derbys mehr an, waren in den Zweikämpfen präsenter und erarbeiteten sich die besseren Torgelegenheiten. In der sechsten Spielminute hatte man den Torschrei schon auf den Lippen, doch Inga Schuldt begrub den Ball im letzten Moment auf der Torlinie unter sich.

Die Mannschaft von Trainer Christopher Heck kam in den ersten Minuten kaum über die Mittellinie und musste folgerichtig den verdienten Rückstand hinnehmen. Turbine überlupfte die Jenaer Hintermannschaft. Frei vor Torhüterin Schuldt schob Anna Gasper den Ball überlegt ins Eck (23.). „Wir hatten zu Beginn kaum Zugriff auf das Spiel, sind nur hinterhergelaufen“, so Jenas Trainer auf der anschließenden Pressekonferenz.

Im Doppelpass sorgten Annika Graser und Jitka Chlastáková für den ersten gefährlichen FF-USV-Angriff (28.), doch zu diesem Zeitpunkt hätte es bereits 0:2 stehen können. Die Ex-Potsdamerin Inga Schuldt entschärfte eine Ecke (25.), in höchster Not klärte sie vor dem Strafraum allein gegen die heraneilende Gasper (32.).

Nach einem Freistoß von Merza Julević aus dem Halbfeld hatten Julia Arnold und Maren Tellenbröker den Abschluss auf dem Fuß, doch Potsdam-Torhüterin Vanessa Fischer klärte die Aktion (34.).

Die slowenische Nationalspielerin Lara Prašnikar erzielte nur wenig später das 0:2. Den ersten Torschuss konnte Inga Schuldt erneut stark parieren, doch freistehend im Strafraum staubte Prašnikar ab (37.).

Mit dem Halbzeitpfiff der Anschlusstreffer für den FF USV Jena: Julia Arnold spielte im Strafraum auf Anna Weiß, die aus halbrechter Position abschloss (45.), Weiß‘ erster Treffer in FLYERALARM Frauen-Bundesliga.

Das 1:2 sorgte für Hoffnung auf Jenaer Seite, doch gleich nach Wiederanpfiff wurden diese durch die Gäste zunichte gemacht. Eine Ecke klärte Schuldt zunächst an den Pfosten, die Jenaer Defensive schaltete jedoch zu früh ab, Bianca Schmidt erzielte im Fünfmeterraum das 1:3 (48.).

„Wie die zweite Halbzeit in der Folge gelaufen ist, davon bin ich enttäuscht“, so Christopher Heck, „wir sind nur noch hinterhergelaufen.“ In der Tat: Potsdam konnte sich in der Jenaer Hälfte mehr oder weniger frei entfalten, erhielt kaum Gegenwehr in den Zweikämpfen und kam des Öfteren zum Abschluss. Zum zweiten Mal staubte Prašnikar zum Tor ab (63.), nach Ecke schnürte sie ihren Dreierpack – 1:5 (68.). Die bis dahin starke Schuldt im Jenaer Tor konnte nicht mehr eingreifen.

Den Schlusspunkt unter die Partie setzte Anna Gasper in der 80. Minute: von der Mittelline an hatte Potsdam Räume, Gasper verendete zum halben Dutzend, die Jenaer waren bedient.

Dass den Blau-Weißen im zweiten Durchgang nicht mehr viel gelang, zeigten die größten Jenaer Torchancen nach der Pause: Merza Julević kam aus zehn Metern frei zum Abschluss, doch Vanessa Fischer im Turbine-Gehäuse konnte sich auszeichnen (54.), nach Kopfball von Lisa Seiler klärte Chmielinski auf der Linie (74.).

 

Fußballjahr 2019 beendet

Der FF USV Jena beendet nach dem Heimspiel gegen den 1. FFC Turbine Potsdam das Kalenderjahr 2019 in der FLYERALARM Frauen-Bundesliga auf dem letzten Tabellenrang. Das nächste Pflichtspiel bestreitet die Mannschaft von Trainer Christopher Heck Mitte Februar mit dem Ligaheimspiel gegen den 1. FFC Frankfurt (14.-16.02.2020 – wird noch terminiert). „Wir werden in den Trainingswochen im neuen Jahr das bisherige Abschneiden in der Saison genau analysieren“; so Christopher Heck, „wir hatten uns bisher deutlich mehr erhofft als zwei Punkte.“

Über die Termine der Wintervorbereitung werden wir zeitnah informieren.

 

Jena siegt im Fanduell mit 4:2 (3:1)

Zumindest das Vorspiel des heutigen Partie konnten die Jenaer für sich entscheiden. Im Duell der beiden befreundeten Fanclubs Powerfrauen im Paradies und Turbinefans e.V. setzten sich die Thüringer Anhänger am Vormittag im Universitätssportzentrum mit 4:2 (3:1) durch.

 

FF USV Jena: Schuldt, Julević, Kreil, Sedláčková, Arnold (75. Grajqevci), Seiler (90. Stratford), Graser, Chlastáková, Weiß, Tellenbröker, Görlitz (61. Meyer)

1. FFC Turbine Potsdam: Fischer, Agrez, Siems, Gasper, Mesjasz, Höbinger (72. Dieckmann), Graf (61. Chmielinski), B. Schmidt (67. Weidauer), Gerhardt, Prašnikar, Zadrazil

Tore: 0:1 Gasper (23.), 0:2 Prašnikar (37.), 1:2 Weiß (45.), 1:3 B. Schmidt (48.), 1:4 Prašnikar (64.), 1:5 Prašnikar (68.), 1:6 Gasper (80.)                                                           

Gelbe Karten: Sedláčková / Graf

Zuschauer: 432

Schiedsrichterin: Anna-Lena Heidenreich (Sereetz)

 

Foto: Jürgen Scheere / Scheere Photos Jena

 

 
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