Die Leistung macht Mut

FLYERALARM Frauen-Bundesliga: TSG 1899 Hoffenheim – FF USV Jena 2:0 (2:0)

Die Leistung macht Mut

Das Ergebnis, mit dem der FF USV Jena in Rückrunde der FLYERALARM Frauen-Bundesliga gestartet ist, klingt auf den ersten Blick eindeutig. Mit 0:2 unterlag man am zweiten Adventssonntag dem Zweitplatzierten, der TSG 1899 Hoffenheim, nachdem man sich zuletzt in Liga und Pokal jeweils mit 1:6 gegen die Badenerinnen geschlagen geben musste. Doch die Leistung, die die Mannschaft von Trainer Christopher Heck auf dem Rasen des Sinsheimer Dietmar-Hopp-Stadions lieferte, kann durchaus als mit Abstand beste Mannschaftsleistung seit langem bezeichnet werden.

„Wir konnten unseren Plan heute voll umsetzen“, so Jenas Trainer. „Wir haben die Hoffenheimerinnen früh gepresst, viel Druck ausgeübt und schnell die Bälle erobert.“ Selbst die Champions-League-ambitionierten Kraichgauerinnen zeigten sich ob der Stärke der Gäste überrascht, leisteten sich einige Fehler in der Defensive, die die Thüringerinnen jedoch nicht für ein Tor zu nutzen wussten.

Der FF USV, der heute personell arg angeschlagen antreten musste, kam bereits nach fünf Minuten zum ersten guten Abschluss. Nach einem Freistoß von Ersatz-Kapitänin Merza Julević, die heute die Binde der erkrankten Julia Arnold übernahm, setzte Karla Görlitz den Kopfball knapp am Pfosten vorbei.

In der Defensive stand Jena sicher, verteidigte gemeinsam als Mannschaft und ließ den ideenlosen Hoffenheimerinnen wenig Räume, sodass diese ein ums andere Mal den Rückpass wählen mussten. Es waren zur Überraschung aller Zuschauer die Gäste, die dem Spiel ihren Stempel aufzudrücken versuchten. Gleich drei Jenaerinnen hatten in der 18. Minute die mehr als verdiente Führung auf dem Fuß, doch sowohl Vanessa Fudalla, Jitka Chlastáková und am Ende Leonie Kreil schafften es nicht, den Ball aus kurzer Distanz im Tor unterzubringen.

Stattdessen hatte man wenig später das obligatorische Pech des Tabellenletzten. Ein Zweikampf vor dem TSG-Strafraum wurde entgegen der Jenaer Erwartungen zugunsten der TSG entschieden, aus dieser Situation heraus erzielte Nicole Billa nach Angriff über rechts die zu diesem Zeitpunkt schmeichelhafte Führung für Hoffenheim (27.).

„Leider sind wir direkt danach wieder in unseren alten Modus verfallen“, so Heck. Denn direkt nach dem 1:0 nutzen die Badenerinnen die Verunsicherungen der FF-USV-Defensive zum 2:0. Keine sechzig Sekunden nach ihrem ersten Treffer netzte die Österreicherin Billa zum zweiten Mal ein (28.).

Doch anders als noch im Hinspiel gab sich die Heck-Elf nicht auf, versuchte sich weiter im Pressing und hätte den Anschlusstreffer verdient gehabt. Einen Abspielfehler in der Heim-Defensive konnte Vanessa Fudalla kurz vor dem Pausentee nicht verwerten (44.). „Das 2:0 zur Halbzeit hat uns schon wehgetan“, so Heck im Anschluss. Mindestens ein Tor hätten sich die Jenaerinnen verdient.

Stattdessen waren es die Hoffenheimerinnen, die die Führung in die Pause retteten. Auch zu Beginn des zweiten Durchganges war Jena zunächst am Drücker, wenngleich man sich nicht mehr so konsequent in das letzte Drittel des Spielfeldes kombinierte.

„Die TSG hatte aufgrund ihrer Qualitäten hintenheraus natürlich noch ihre Torchancen“, so Jenas Trainer-Einschätzung. Inga Schuldt im FF-USV-Gehäuse musste in der zweiten Halbzeit ein ums andere Mal eingreifen und bildete einen sicheren Rückhalt für ihre Mitspielerinnen. Jena, das weiterhin alles versuchte, um den Anschlusstreffer zu erzielen, wurde aber nur durch einen direkten Freistoß von Vanessa Fudalla aus zentraler Position gefährlich (77.).

„Es ist sehr schade, dass wir heute am Ende wieder mit null Punkten nach Hause fahren müssen“, fasst Trainer Christopher Heck das Spiel zusammen. Wieder gelingt es seiner Mannschaft nicht, einen eigenen Treffer zu erzielen, sodass man weiterhin mit zwei Zählern am Tabellenende rangiert. Die eigene Leistungssteigerung, die jedoch Punkt und Tor verdient gehabt hätte, macht Mut für die anstehende Rückrunde.

Beim Champions-League-Aspiranten aus Hoffenheim war man aufgrund des 2:0-Erfolges gegen den Abstiegskandidaten aus Thüringen wenig amüsiert. „Viele haben im Vorfeld des Spieles nur von der Höhe des Sieges gesprochen“, so TSG-Trainer Jürgen Ehrmann auf der anschließenden Pressekonferenz. Nach zwei 6:1-Erfolgen seien seine Spielerinnen nicht mit voller Konzentration in die Partie eingestiegen und waren entsprechend unzufrieden. Aufgrund der Tabellenkonstellation sei diese Einstellung menschlich. Gereicht für einen vorgestellten Kantersieg hat das aber nicht – auch nicht gegen einen Tabellenletzten wie Jena, der es aus Ehrmanns Sicht nicht geschafft habe, die Geschenke der TSG anzunehmen. Man freue sich aber trotzdem, dass man es im dritten Versuch der Saison erreicht habe, endlich gegen Jena zu null spielen.

 

Jahresabschluss im Derby

Am kommenden Sonntag (15. Dezember) um 14 Uhr gastiert der 1. FFC Turbine Potsdam zum Ostderby und gleichzeitigen sportlichen Jahresabschluss im Ernst-Abbe-Sportfeld. Im Hinspiel in Brandenburg unterlagen die Jenaerinnen mit 6:2, die beiden Treffer für den FF USV erzielten Jitka Chlastáková und Maren Tellenbröker. Im Rahmen des FF-USV-advents.Spieltages veranstalten die Blau-Weißen einen kleinen Weihnachtsmarkt im Stadion. „Unser Fokus liegt ab Montag voll auf dem Derby“, so Christopher Heck, mit der Leistung aus Hoffenheim kann seine Mannschaft gegen die Turbinen durchaus besser bestehen als im Hinspiel.

 

Jenas Nachwuchs beendet die Hinrunde 2019/2020

In der B-Juniorinnen-Bundesliga musste sich die U17 des FF USV Jena mit 4:2 (1:1) beim Magdeburger FFC geschlagen geben. Josephine Florenz und Melina Reuter per direktem Freistoß glichen zweimal für die Mannschaft von Trainerin Anne Pochert aus, doch im Laufe des zweiten Durchgang wusste die Heimelf, die Fehler der Jenaer Mannschaft, die vor dem gegnerischen Tor zu sorglos mit den eigenen Chancen umging, eiskalt zu nutzen.

Jenas U21 siegt unterdessen in der Regionalliga mit 2:0 gegen den SV Blau-Weiß Hohen Neuendorf, die Tore erzielten Pia Große und Anna-Sophie Berk.

 

TSG 1899 Hoffenheim: Leitzig, Linder, Specht, Bühler, Lattwein, Rall (74. Bürger), Hartig (59. Hagel), Billa, Harsch, Fühner (82. Naschenweng), Pankratz

FF USV Jena: Schuldt, Fudalla, Julević, Kreil (86. Grajqevci), Sedláčková, Seiler, Graser (90+1. Adam), Chlastáková, Weiß, Tellenbröker, Görlitz (84. Stratford)

Tore: 1:0 Billa (27.), 2:0 Billa (28.)                                                           

Gelbe Karten: Harsch, Hartig / -

Zuschauer: 240

Schiedsrichterin: Angelika Söder (Ingolstadt)

 

Foto: Hannes Seifert / FF USV Jena

 

 
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