U21 des FF USV beweist Moral

Knappe Niederlage nach großem Kampf in Gütersloh.

U21 des FF USV beweist Moral

Eine torreiche Partie bekamen die Zuschauer am Sonntag in Gütersloh geboten. In der Tönnies Arena empfing der FSV die U21 des FF USV Jena zum Zweitligaspiel. Das winterliche Wetter, das zur Absage einiger DFB-Pokalpartien, darunter auch das Spiel der Allianz Frauen-Bundesligamannschaft des FF USV in Saarbrücken, geführt hatte, verschonte das in Rheda-Wiedenbrück gelegene Stadion weitestgehend, sodass die Platzverhältnisse zwar nicht optimal, doch allenfalls bespielbar waren.

Durch die Spielabsage im Pokal, reiste die Mannschaft von Cheftrainer Christian Kucharz mit einigen Spielerinnen an, die nominell zur ersten Mannschaft der Blau-Weißen gehören, in der U21 jedoch Spielpraxis sammeln sollten. Der FSV Gütersloh zeigte sich davon weitestgehend unbeeindruckt und war bemüht, seiner Favoritenrolle in diesem Spiel gerecht zu werden. So geriet Jena bereits in der 8. Minute in Rückstand. Beim Treffer von Isabelle Wolf blieb Nachwuchsnationaltorhüterin Stina Johannes chancenlos.

Die Thüringerinnen verstanden das Gegentor jedoch als Weckruf und bewiesen Moral. Besser in die Zweikämpfe kommend, ließ man in der Folge wenig zu und kam über Sandra Müller, Ivana Rudelić und Tiffany Cameron selbst zu Chancen. Ein schönes Zusammenspiel der beiden letztgenannten brachte in der 18. Minute dann auch die Belohnung: Nachdem Rudelić auf der Außenbahn gestartet war, erwischte sie den richtigen Moment zur Flanke, die in Tiffany Cameron eine dankbare Abnehmerin fand. Die Kanadierin musste nur noch einschieben und erzielte so ihren ersten Pflichtspieltreffer für den FF USV Jena. Die Gäste sollten nun zu weiteren Möglichkeiten kommen, verpassten es aber, in Führung zu gehen und so markierte Camerons Tor zum 1:1 dann auch den Halbzeitstand.

Weitere Pflichtspieltor-Premiere sorgt für spannende Schlussphase

Im zweiten Durchgang erhöhte Gütersloh das Tempo. Beim 6:5 gegen Turbine Potsdam II hatte das Team aus Ostwestfalen bereits bewiesen, dass es in der Lage war, Tore zu schießen und so zeigte man sich auch hier gnadenlos. Birgitta Schmücker (48.), Josephine Giard (54.) und Shpresa Aradini (72.) erhöhten den Spielstand innerhalb von vierundzwanzig Minuten auf 4:1.

Wer aber dachte, dass das Spiel zu diesem Zeitpunkt bereits entschieden war, der sollte in der Schlussviertelstunde eines Besseren belehrt werden. So feierte eine weitere FF-USV-Akteurin ihre Pflichtspieltor-Premiere. Die Gäste aus dem Paradies hatten sich nach der Drangphase des FSV wieder gefangen und überzeugten gerade in der Schlussphase wieder durch Kampf, Leidenschaft und den Willen, in diesem Spiel noch etwas zu erreichen. Besonders auffällig hierbei: Hannah Keane. Das junge amerikanische Talent, das im Sommer aus Kalifornien an die Saale gewechselt war, sorgte vorne noch einmal für Druck und sollte sich für ihre Leistung schließlich auch mit etwas Zählbarem belohnen. Nachdem die FSV-Torhüterin Rolle einen Torschuss zunächst abwehren konnte, stand Keane zum Nachschuss goldrichtig und verwandelte sicher (82.). Nach Tiffany Cameron war sie also die zweite Spielerin der Thüringerinnen, die an diesem Tag ihren ersten Treffer für den FF USV erzielen sollte.

Jena hatte sich noch nicht aufgegeben und spielte weiter mutig nach vorne. Die mitgereisten Fans hatten den Jubel schon beinahe auf den Lippen, als die eingewechselte Merza Julević mit einem schön getretenen Freistoß die Latte traf (88.). So sollte es noch einmal Hannah Keane sein, die hier den Schlusspunkt setzte. Eine Flanke von Anna Weiß verwandelte sie per Kopf (94.). Der Anschlusstreffer kam jedoch zu spät, denn unmittelbar danach war Schluss.

Die U21 des FF USV Jena unterliegt am Ende knapp in Gütersloh, kann aber dennoch erhobenen Hauptes auf die gezeigte Leistung blicken. Die Aufsteigerinnen überzeugten durch einen starken, mannschaftlich geschlossenen Auftritt, bei dem mit etwas Glück vielleicht sogar ein Punkt gegen die favorisierten Gastgeberinnen möglich gewesen wäre. Den Schwung gilt es nun mitzunehmen, wenn am kommenden Sonntag der Herforder SV im Jenaer Paradies zu Gast ist.