Katastrophale Chancenverwertung

DFB-Pokal Achtelfinale: FF USV Jena scheitert am 1. FC Saarbrücken

Katastrophale Chancenverwertung

Viel hatte sich der Frauenfußball USV Jena für das am heutigen Nachmittag angesetzte Nachholspiel im DFB-Pokal-Achtelfinale gegen den 1. FC Saarbrücken vorgenommen. Es sollte das so bitter nötige Erfolgserlebnis vor dem wichtigen Hinrundenabschluss gegen den MSV Duisburg am Sonntag werden. Doch dieser Plan sollte nicht aufgehen. Mit 1:0 (1:0) musste sich der Thüringer Bundesligist dem Aufstiegsaspiranten der 2. Frauen-Bundesliga Süd geschlagen geben. Eine Niederlage, die vermeidbar gewesen wäre, wenn die Blau-Weißen nur einige der zahlreichen eigenen Torchancen genutzt hätten.


Auch der neue Termin der am Sonntag vergangener Woche aufgrund des Wintereinbruchs ausgefallenen Partie wurde von Schnee und Nässe begleitet. Wie schon in der Partie gegen Freiburg am vergangenen Sonntag wurde das Spiel somit nicht auf grünem, sondern auf weißem Grund ausgetragen.


Ungeachtet dessen begann der FF USV mutig und zeigte sich vom Anpfiff weg bemüht, dem Spiel seinen Stempel aufzudrücken. Schon nach sieben Minuten durfte die Mannschaft von Cheftrainerin Katja Greulich so drei Großchancen verzeichnen. Viel lief dabei über Ivana Rudelić und Susann Utes. Während ein Schuss der Kapitänin aus Nahdistanz lediglich den Pfosten traf und der Nachschuss im Schnee nicht kraftvoll genug geriet, scheiterte die kroatische Nationalspielerin Rudelić gleich mehrfach, obwohl die Torhüterin bereits geschlagen war. Dass dies symptomatisch – und kostbar – für dieses Spiel werden sollte, ahnte zu diesem Zeitpunkt keiner. Die Jenaer Führung lag in der Luft.


Umso größer der Schock in der zwölften Spielminute: Nach einem Konter tauchte plötzlich eine Saarbrücker Stürmerin im Strafraum der Thüringerinnen auf. Nachwuchsnationaltorhüterin Stina Johannes, die heute zum ersten Mal in einem Pflichtspiel für den FF USV in der Startformation stand, hatte die Situation eigentlich im Griff und den Ball bereits auch in den Händen, als sich Sandra Žigić in den Zweikampf einschaltete. Ihre Attacke brachte die Angreiferin zu Fall und folgerichtig zeigte die Unparteiische auf den Punkt. Der erste Angriff der Gastgeberinnen führte zum Strafstoß und damit auch zum Tor, nachdem Jacqueline de Backer die Jenaer Torhüterin in die falsche Ecke schickte.


Wer nun dachte, dass der FF USV Jena in alte Muster zurückfallen und seine Spielidee verlieren würde, der irrte sich. Die Spielerinnen erhielten sich ihre Feldüberlegenheit und zeigten weiterhin den Willen, sich endlich selbst zu belohnen. Doch während Stina Johannes im Gästetor so in Durchgang Eins nur noch einmal aktiv werden musste, sah Jenas Nummer 22, wie ihre Vorderleute eine gute Möglichkeit nach der anderen ausließen. Die schlechten Platzverhältnisse trugen sicher ihren Anteil bei, doch scheiterten die Jenaerinnen überwiegend an sich selbst. Mal ließen es die Schüsse an Platziertheit fehlen, mal dauerte der Moment zwischen Ballannahme und Abschluss schlichtweg zu lange.


Dasselbe Bild sollte sich auch in der zweiten Halbzeit abzeichnen. Vom Anpfiff weg waren es wieder nur die Jenaerinnen, die auf das gegnerische Tor anrannten, ernsthafte Chancen für den 1. FC Saarbrücken sollten sich über die gesamten zweiten fünfundvierzig Minuten kaum bieten.


Die wohl beste Möglichkeit für den Ausgleich und eine mögliche Wende in diesem Spiel hatte Ivana Rudelić in der 53. Minute. Nach einem Foul an der zur Pause eingewechselten Lisa Seiler im Sechzehner zeigte Schiedsrichterin Naemi Breier erneut auf den Punkt.
Rudelić trat an, entschied sich für die rechte Seite, Torhüterin Christina Ehl ebenfalls und parierte. Zwar prallte der Ball noch in Richtung Tor, doch auf dem nassen Geläuf hatte die Saarbrücker Schlussfrau keine große Mühe, den Ball noch vor der Linie zu sichern.


Der FF USV bemühte sich, auch diesen Rückschlag wegzustecken und blieb weiterhin das dominante Team. Der beste Abschluss aus dem Spiel heraus, sollte Susann Utes gehören. Aus gut zwanzig Metern in halblinker Position zog sie ab und der Ball senkte sich in Richtung Winkel. Mit einer großartigen Parade sollte Torhüterin Ehl aber auch diesen Schuss abwehren. Ein Nachschussversuch blieb wie über die gesamten neunzig Minuten erfolglos.

Der Ball wollte nicht mehr ins Tor. Zwar hielten die wütenden Sturmwellen der Gäste bis zum Schluss an, Zählbares sollten diese jedoch nicht einbringen. Trotz einer mannschaftlich disziplinierten Leistung und einem deutlichen Gros an Chancen hält die Jenaer Torflaute also weiter an.


Mit einer mehr als unglücklichen Niederlage beim 1.FC Saarbrücken, ist die Pokalsaison für den FF USV Jena also bereits vor Weihnachten beendet. Der volle Fokus liegt nun auf dem abschließenden Hinrundenspiel in der Allianz Frauen-Bundesliga. Jena  empfängt am Sonntag den noch punktlosen Tabellenletzten MSV Duisburg im heimischen Ernst-Abbe-Sportfeld.

1.FC Saarbrücken: Ehl – Dörr, Franz, Selensky, Klein (90.+1 Ditscheid), Eybe, de Backer (80. Martin), Reifenberg, Tröster, Griffin (54. Steimer), Reiter
FF USV Jena: Johannes – Bott, Utes, Rudelić, Pietrangelo, Sedláčková, King, Riedel (46. Seiler), Graser, Žigić, Tellenbröker (79. Cameron)
Tor: 1:0 de Backer (13./FE)
Gelbe Karten: - / Žigić
Schiedsrichterin: Naemi Breier (Konz)
Zuschauerzahl: 150