Unglückliche Niederlage im zweiten Heimspiel

Allianz Frauen-Bundesliga: FF USV Jena - 1. FFC Frankfurt 0:1 (0:1)

Unglückliche Niederlage im zweiten Heimspiel

Am heutigen Sonntag traf der FF USV Jena im zweiten Heimspiel auf den 1. FFC Frankfurt. Die letzten Duelle zwischen beiden Mannschaften waren stets eng und umkämpft gewesen. Ungewiss war im Vorfeld, wie sich die Gäste präsentieren würden, nachdem Cheftrainer Matt Ross am Donnerstag entlassen und einen Tag später von Niko Arnautis, dem bisherigen Trainer der in der 2. Bundesliga spielenden U23 des FFC, ersetzt wurde.


Es sollte das erwartet spannende Spiel werden. Nachdem die Gastgeberinnen über Annalena Rieke bereits in der vierten Minute zu einer Großchance kamen – die Stürmerin hatte nach einem Zuspiel von Pietrangelo knapp den Ball verpasst – neutralisierten sich beide Mannschaften in der Folge so weit, dass Torabschlüsse auf beiden Seiten Mangelware wurden. Sowohl Jena als auch Frankfurt zeigten sich in Lauerstellung und warteten darauf, Fehler der Gegenseite ausnutzen zu können. Disziplinierte Abwehrarbeit hüben wie nüben ließ das Spiel vornehmlich im Mittelfeld ablaufen.


Nach etwas mehr als zwanzig Minuten waren es dann aber die Spielerinnen in den weißen FF-USV-Trikots, die das Tempo anzogen: War es zunächst Hannah Keane, die nach einer Flanke von CJ Bott gegen Bryane Heaberlin im Frankfurter Tor den Kürzeren zog (28.), sollte es die erneut starke Annalena Rieke sein, die nur zwei Minuten später nach einer schönen Kombination mit Jessica King an der Torhüterin scheiterte (30.). Im direkten Gegenzug kam dann auch der FFC zum ersten gefährlichen Abschluss der Begegnung. Den Distanzschuss von Margarita Gidion konnte Jenas Schlussfrau Justien Odeurs jedoch über den Querbalken lenken (31.).
Von den ersten guten Möglichkeiten offensichtlich hungrig geworden, entwickelte der FF USV jetzt deutlich mehr Druck als die Gäste. In der Folge aber vergaben sowohl Susann Utes nach Freistoß (34.) und Hannah Keane (35.) Chancen, in eine nicht unverdiente Führung zu gehen.


Umso bitterer, aus Sicht der Gastgeberinnen dann, was zehn Minuten später passierte: Nach einer Unachtsamkeit auf der rechten Außenbahn konnte sich Tanja Pawollek gegen Karoline Heinze durchsetzen. Ihr Pass fand Kumi Yokoyama im Strafraum, die sich gegen die Innenverteidigung durchsetzte und Odeurs keine Chance ließ (43.). Mit dem 1:0 für Frankfurt ging es dann auch in die Pause.
Die schmeichelhafte Führung gab den Gästen im beginnenden zweiten Durchgang mehr Sicherheit. Der FF USV Jena zeigte sich zwar weiter bemüht, kam offensiv aber kaum noch zu gefährlichen Torabschlüssen. Ein Großteil der Zweikämpfe wurde verloren und so bekam nun auch die Defensive mehr zu tun. Für die Hintermannschaft hieß es dann aufatmen, als Kathrin Hendrich nur den Pfosten traf (60.).


Die Elf aus dem Paradies tat sich mit zunehmender Spieldauer immer schwerer, in der Offensive Zug zu entwickeln, kam aber hin und wieder noch zu Nadelstichen. Beispielsweise hatte Hannah Keane mit ihrer letzten Aktion vor der Auswechslung den Ausgleich auf dem Fuß, doch sollte ihr Ball knapp über dem Tor landen (67.).


Frischen Wind brachte in der Schlussphase noch einmal die Einwechslung von Lisa Seiler. Sie war es auch, die dann noch einmal in einer strittigen Szene im Mittelpunkt stand: Unsanft im Strafraum zu Fall gebracht, entschied die Schiedsrichterin auf Eckball für Jena, nicht auf Elfmeter. Ob die Frankfurterin den Ball gespielt hatte, war von der Tribüne nicht zu erkennen (81.).
Die anschließende Ecke sollte dennoch gefährlich werden: Nachdem der Ball direkt an der Latte landete, war Heaberlin bereits geschlagen. Dennoch schaffte es keine Jenaerin, den Ball über die Linie zu drücken.


Es sollte die letzte große Möglichkeit der Gastgeberinnen sein, Zählbares aus dieser Partie mitzunehmen. Wieder einmal zeigt sich der FF USV Jena kämpferisch stark gegen den 1.FFC Frankfurt. Trainerin Katja Greulich lobte ihre Mannschaft für Herz und gezeigten Einsatz auf dem Platz. Ein Unentschieden wäre der gerechtere Ausgang für dieses Spiel gewesen. So aber machte erneut lediglich ein Treffer den Unterschied zwischen Jena und Frankfurt.


FF USV Jena: Odeurs – Bott, Woeller, Sedláčková, Heinze – Utes, Pietrangelo, King, Herrmann (77. Seiler) – Rieke, Keane (65. Žigić)
1. FFC Frankfurt: Heaberlin – Sandvej, Hendrich, Prießen, Störzel – Gidion (85. Agg), Schmidt, Groenen, Crnogorčević (90.+3 Hechler) – Pawollek, Yokoyama (90. Munk)
Tore: 0:1 Yokoyama (43.)
Gelbe Karten: - / Sandvej
Schiedsrichterin: Sandra Stolz (Pritzwalk)
Zuschauer: 411