Jena kommt beim Deutschen Meister unter die Räder

Allianz Frauen-Bundesliga: VfL Wolfsburg - FF USV Jena 5:0 (3:0)

Jena kommt beim Deutschen Meister unter die Räder

Das Allianz Frauen-Bundesliga-Team des FF USV Jena bekam es am Sonntag mit dem Deutschen Meister VfL Wolfsburg zu tun. Beim Auswärtsspiel im AOK-Stadion sollte die Favoritenrolle bereits im Vorfeld klar verteilt sein: Während Jena einen eher mittelmäßigen Saisonstart abgeliefert hat, thronte der VfL bereits nach zwei Spielen wieder mit sechs Punkten und 10:0 Toren an der Tabellenspitze. Cheftrainer Stephan Lerch gab vor der Partie zu Protokoll, dass man sich auf das Konterspiel, welches man von den Gästen aus Thüringen erwartete, optimal vorbereitet hatte; Und Lerchs Matchplan sollte aufgehen: Bis zur achtzigsten Spielminute kam der FF USV nicht zu einem einzigen Torschuss. Stattdessen fanden sich die Mädels aus der Universitätsstadt fast ununterbrochen tief in die Defensive gedrückt.
Schaffte man es über weite Strecken der ersten Halbzeit zumindest noch diszipliniert zu verteidigen, erhielt das Team von Katja Greulich je länger das Spiel dauerte immer weniger Zugriff auf Ball und Gegenspielerinnen.


Letztlich war es Zsanett Jakabfi, die die Weichen für die Wölfinnen auf Sieg stellen sollte. Nach einem Ballverlust von Sandra Žigić war der Weg zum Tor frei (22.). Ihr Treffer sollte als Dosenöffner fungieren, zeigte man sich in der Folge auch bei Standards anfällig: Nach zwei Hansen-Ecken konnte Alexandra Popp, jeweils per Kopf, das Ergebnis noch vor der Pause in die Höhe schrauben (33.,39.).
Im zweiten Durchgang nahm der VfL Wolfsburg dann etwas das Tempo aus dem Spiel und so schaffte es Jena, zumindest defensiv wieder in die eigene Ordnung zurückzufinden. Dennoch waren es die Wölfinnen, die Chance um Chance kreieren konnten, diese jedoch meist ungenutzt liegenließen, was Stephan Lerch als einziges Manko im Spiel seiner Mannschaft sah.


Zweimal sollte es in der zweiten Hälfte dennoch im Jenaer Gehäuse klingeln: Wieder waren es die Torschützinnen aus der ersten Halbzeit. So brachte Zsanett Jakabfi nach einem Freistoß den Ball im Tor unter (75.), ehe die deutsche Nationalspielerin Popp mit ihrem dritten Treffer des Tages Justien Odeurs im Tor des FF USV keine Chance ließ (83.).


Betrachtet man die Spielanteile beider Mannschaften, geht das Ergebnis auch in dieser Höhe in Ordnung. Cheftrainerin Katja Greulich betonte auf der Pressekonferenz jedoch, dass es nicht der VfL Wolfsburg sei, der über eine „brutale Qualität“ verfüge, den es für den FF USV Jena zu schlagen gäbe. Der Fokus liege nun auf dem Spiel gegen den 1.FFC Frankfurt in der kommenden Woche. Im Heimspiel gegen die Hessinnen rechne man sich durchaus Chancen aus. Greulich lobte ihre Mannschaft für die gezeigte Mentalität, den Willen und die Leidenschaft.


VfL Wolfsburg: Schult – Jakabfi, Fischer, Peter, Goeßling – Gunnarsdóttir, Dickenmann,Hansen – Harder, Popp
FF USV Jena: Odeurs – Sedláčková, Bott, Woeller, Utes – Pietrangelo, Graf, King (87. Keane), Žigić – Rudelić (46. Herrmann), Rieke
Tore: 1:0 Jakabfi (22.), 2:0 Popp (33.), 3:0 Popp (39.), 4:0 Jakabfi (75.), 5:0 Popp (83.)
Gelbe Karten: - / -
Schiedsrichterin: Mirka Derlin (Bad Schwartau)
Zuschauerzahl: 1.312