Derby-Niederlage zum Saisonbeginn

Großer Kampf wird nicht belohnt – 1.FFC Turbine Potsdam - FF USV Jena 4:1 (1:0).

Derby-Niederlage zum Saisonbeginn

 


Dass es keine leichte Aufgabe werden würde, am ersten Spieltag der neuen Saison ausgerechnet beim 1.FFC Turbine Potsdam anzutreten, war allen Beteiligten klar. Dennoch hatte sich der FF USV Jena für das Ostderby einiges vorgenommen. Wie Katja Greulich im Vorfeld der Partie betonte, galt es, dem Favoriten so lange wie möglich Paroli zu bieten.


Diese Vorgabe der Trainerin setzte die Paradieself in der ersten Halbzeit vorbildlich um. Gegen die favorisierten Brandenburgerinnen stand die Jenaer Elf zwar erwartungsgemäß tief, kam jedoch über Konter selbst zu einigen guten Möglichkeiten. Gerade die U19-Talente Luca Graf und Annalena Rieke wurden in der ein oder anderen Situation zum Ausgangspunkt teils vielversprechender Angriffe.


Potsdam zeigte sich in den ersten dreißig Minuten zu halbherzig und aufgeregt, was Turbine-Coach Rudolph anschließend bemängelte. Man habe zu viele Chancen der Gäste zugelassen. Kam doch einmal eine Angriffswelle des Vorjahresdritten gefährlich vor das Jenaer Tor, war Belgiens Nationaltorhüterin Justien Odeurs als sicherer Rückhalt zur Stelle. Umso bedauerlicher, dass es gerade eine ihrer Paraden sein sollte, die das Spiel für Jenas Nummer 1 zu einem jähen Ende bringen sollte. Mit einer sehenswerten Flugabwehr schaffte sie es, einen schwierigen Ball zu entschärfen, landete anschließend jedoch auf dem Arm und konnte nicht weiterspielen (40.). Ob die Verletzung schwererer Natur ist, wird ein MRT in den nächsten Tagen zeigen.


U17-Europameisterin Stina Johannes kam somit zum unverhofften Bundesliga-Debüt im Tor des FF USV. Katja Greulich zeigte sich zufrieden mit der Leistung der jungen Torhüterin, wie sie auf der anschließenden Pressekonferenz betonte. Johannes habe eine gute Ausstrahlung auf dem Platz gezeigt.


Als sich kurz nach dem verletzungsbedingten Wechsel ausgerechnet die gebürtige Thüringerin Bianca Schmidt absetzen konnte, blieb Stina Johannes allerdings chancenlos (43.).
Die Führung der Turbinen kam zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt, so knapp vor der Pause, sollte dem Jenaer Engagement jedoch keinen Abbruch tun. Auch für die zweite Halbzeit hatten sich die FF-USV-Spielerinnen einiges vorgenommen. Der Treffer zum 2:0, quasi vom Anstoß weg, kam da wie ein Nackenschlag. Auch gegen die individuelle Klasse der Nationalspielerin Svenja Huth blieb Stina Johannes chancenlos (46.).


Doch Jena zeigte Moral. Durch den 2:0-Rückstand unter Zugzwang geraten, bemühte sich der FF USV, das Spiel in die Offensive zu verlagern und kam so zu Standardsituationen. Eine solche sollte sich nur wenig später auszahlen: Nachdem die Abwehr Potsdams einen ruhenden Ball zu kurz abwehrte, kam Karoline Heinze an den Ball. Jenas Nummer 13 erwischte Turbine-Schlussfrau Lisa Schmitz auf dem falschen Fuß und stellte mit ihrem Treffer ins lange Eck den alten Abstand wieder her (48.).


Vom Lebenszeichen des FF USV offensichtlich angestachelt, zeigte Turbine nun aber seine eigentliche Klasse und setzte die Forderungen des Trainers, der auch mit den Einwechslungen ein gutes Händchen bewies, um. Jena ließ sich in der Folge tief in die eigene Hälfte drängen und kam nur noch selten zu Entlastungsangriffen.
Zwar konnten sich sowohl Stina Johannes, als auch die Innenverteidigerinnen Shannon Woeller und Jana Sedláčková in der Defensive mit ihren Leistungen auszeichnen, doch zehrte das Abwehrspiel unter dem Dauerdruck des Favoriten an den Kräften der Mannschaft.


Der 1.FFC Turbine Potsdam war somit in der Lage, den Spielstand in der Schlussphase entsprechend noch nach oben zu korrigieren. So schafften es erneut Svenja Huth (86.) und die eingewechselte Anna Gasper (88.) zwei weitere Treffer zu erzielen. Wieder blieb Stina Johannes chancenlos.
Der Sieg für Turbine Potsdam im Ostderby geht nach einer starken zweiten Halbzeit in Ordnung, fällt aber in Anbetracht des großen Kampfes der Jenaerinnen unterm Strich zu hoch aus.
Für den FF USV Jena gilt es nun, den Fokus auf das Heimspiel gegen Aufsteiger SV Werder Bremen zu legen. Im 200.Spiel in der Allianz Frauen-Bundesliga werden die Thüringerinnen alles daransetzen, den ersten Dreier der Saison 2017/18 einzufahren.


1.FFC Turbine Potsdam: Schmitz – Elsig, Kellond-Knight, Cramer, Ilestedt – Wälti, Chmielinski (74. Ehegötz), Rauch (66. Gasper), Schmidt (46. Siems), Kemme - Huth
FF USV Jena: Odeurs (41. Johannes) – Heinze, Woeller, Sedláčková, Žigić – Utes, King (78. Seiler), Graf, Pietrangelo, Rieke (64. Bott) - Rudelić
Tore: 1:0 Schmidt (43.), 2:0 Huth (46.), 2:1 Heinze (48.), 3:1 Huth (86.), 4:1 Gasper (88.)
Gelbe Karten: -/-
Schiedsrichterin: Angelika Söder (Ingolstadt)
Zuschauerzahl: 1.980