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Fußball für Studentinnen? - Aber Ja!

Mit Beginn der 80er Jahre etablierte sich im Lehrbereich Studentensport der Sektion Sportwissenschaft unserer Universität eine Unterrichtsgruppe Fußball für Studentinnen. Mit dieser bescheidenen Erweiterung des Angebots an Sportarten im weiblichen Bereich sollte anfangs der Versuch unternommen werden, das Interesse an Fußball unter den Studentinnen zu testen bzw., zu wecken. Zwölf fußballkickende Damen, ohne große Leistungsambitionen scharten sich um Hugo Weschenfelder, der als Lehrkraft und Übungsleiter die Gruppe betreute.

Bereits nach zwei Jahren eifrigen Trainings stellte sich das kleine Kollektiv in einem Turnier um den Bezirksmeistertitel in Greiz vor und belegte auf Anhieb den 3.Platz. Von diesem Zeitpunkt an mussten die bis dahin das Niveau im Bezirk Gera bestimmenden Mannschaften (BSG Modedruck Gera, BSG Greika Greiz) mit der FSU Jena als Konkurrentin rechnen.

HSG-frauenfussball86

Mit dem Spieljahr 1985/86 erkämpfte das Damenkollektiv der HSG Universität Jena in jedem Jahr ungefochten den Bezirksmeistertitel und nahm damit an den Spielen des DDR-Meistertitel des DSV teil. (Foto: Eines der ältesten Fotos der HSG-Frauenfußballmannschaft 1986)

Der Durchbruch des Frauenfußballs in Jena kam jedoch erst mit dem Ende der DDR. Der USV Jena wurde 1991 Meister der Oberliga Nordost und stieg in die höchste deutsche Spielklasse - die Bundesliga auf. Es zeigte sich allerdings sehr schnell, dass die Mannschaften aus den alten Bundesländern aufgrund des zeitlichen Entwicklungsvorsprungs dieser Sportart den Mannschaften aus der neuen Bundesländern klar überlegen waren. So kam der Abstieg des USV Jena 1992 aus der Bundesliga nicht überraschend. Aber es war ein Lernprozess, den die Spielerinnen erfuhren und immerhin sind noch fünf Spielerinnen der damaligen Bundesligamannschaft heute aktiv am Spielbetrieb und in der Struktur des USV Jena beteiligt.

Seit dem Jahre 1990 bestimmt der USV Jena das Niveau im Thüringer Frauenfußball. Der USV Jena ist das Aushängeschild des Thüringer Frauenfußballs, nicht zuletzt deshalb, weil die 1.Mannschaft in der Regionalliga Nordost stets vordere Plätze belegen konnte und sich mittlerweile nach mehreren Spielzeitenin der Spitzengruppe der 2. Bundesliga in die 1. Bundesliga aufsteigen konnte und als einziger Verein in Thüringen eine große Nacchwuchsabteilung besitzt in der alle Altersklassen im Spielbetrieb sind. Daran hat Hugo Weschenfelder, der 1996 infolge einer schweren Erkrankung aus dem Leben schied, bis heute einen bedeutenden Anteil. Hugo Weschenfelders gemeinsame Studentenzeit mit dem ehemaligen DDR-Nationalmannschaftstrainer Georg Buschner und seine 30jährigen beruflichen Erfahrungen als Sportlehrer an der Jenaer Universität prägten ihn als anerkannten Fußballfachmann, sein Wirken bleibt unvergessen.

Für die Zukunft ist das Ziel klar definiert: Der mittlerweile zum FF USV Jena umbenannte Verein will sich im Oberhaus des Frauenfussballs fest etablieren.