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Jena schlägt sich selbst

Logo_FBLEs war ein Krimi wie aus dem Lehrbuch, jedoch ohne happy end für den FF USV. Im Kampf gegen den Abstieg hat Jena nach einer 2:1-Niederlage gegen den 1. FC Lok Leipzig an Boden verloren.

Die Leipzigerinnen hatten in der ersten Halbzeit eine einzige Torchance, die Anna Green in der 30. Minute eiskalt zum 1:0 für Lok verwertete. Zuvor gab es zwei umstrittene Abseitsentscheidungen gegen Jena. Iva Landeka bekam einen Pass in die Spitze. Doch bevor die freistehende USV-Stürmerin den Ball einschieben konnte, entschied die Linienrichterin auf Abseits. Kaum eine Minute später eine ähnliche Situation: eine herrliche Flanke von links außen fand in Vivien Beil eine Abnehmerin. Sie umdribbelte die gegnerische Abwehr und schob den Ball ins lange untere Eck. Im Torjubel der vielen mitgereisten Fans ging der Pfiff der Unparteiischen Martina Storch-Schäfer jedoch unter und sorgte für großen Unmut in den USV-Reihen. „Doch die vermeintlichen Abseitstore sind nicht entscheidend für das Spiel gewesen“, sagte Daniel Kraus später in der Pressekonferenz. „Leipzig macht aus zwei Chancen zwei Tore. Wir machen aus gefühlten 35 Chancen nur ein Tor."

Jena war die spielbestimmende Mannschaft und hatte sich immer wieder gute Möglichkeiten erspielt. Kam einmal der letzte Pass an, fehlte dann im Abschluss jedoch die nötige Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor. Kurz nach Wiederanpfiff ging ein Fernschuss von Carolin Schiewe übers Tor, wenig später trifft Amber Hearn nach einem Freistoß nur den Pfosten und Landeka verpasste es, im Strafraum den Angriff abzuschließen. Kurze Zeit später spielte die Kroatin einen sehenswerten Pass auf die steil gestartete Julia Arnold, die wiederum den Ball ins lange Eck einnetzte. Doch auch dieser wurde Treffer wegen Abseits nicht anerkannt.

Es war ein Spiel auf ein Tor. Jena stürmte die Gastgeberinnen redlich nieder, doch ein einschlagender Abschluss blieb Fehlanzeige. In der 86. Spielminute brach wieder Jubel bei den Jenaern Fans aus, diesmal galt das Tor für Jena. Amber Haern köpfte den Ball nach einer Ecke zum hochverdienten 1:1 ein. Dies schien die Wende zu sein. Endlich ein Tor, nachdem man schon so viele hundertprozentige Möglichkeiten vergeben hatte. Für einen Bruchteil von Sekunden glühte wieder Hoffnung darauf, die Partie in den letzten Minuten doch noch für sich entscheiden zu können. Diese wurde jedoch postwendend zerstört. Wahrscheinlich noch im Freudentaumel über den Ausgleich ließ die Jenaer Abwehr den Gastgeber Raum. So versuchte es Anne Heller einfach mal und hob den Ball über die zu weit draußen stehende Torfrau Rinkes zum 2:1-Führungstreffer ein. Schnell wurde Jena mit dem erneuten Rückschlag auf den Boden zurückgeholt: „Mir fehlen die Worte. Erst dieser hochverdiente Ausgleich und gleich im Gegenzug dieses unglückliches Gegentor…“, bringt auch Daniel Kraus seine Ratlosigkeit zum Ausdruck. Zwar hatte der FF USV Jena daraufhin noch etliche Chancen, den erneuten Ausgleichstreffer zu erzielen, doch der Fußballgott hatte kein Erbarmen mit der spielerisch stärkeren Mannschaft. Am Ende siegte Leipzig 2:1.

Aufstellung 1. FC Lok Leipzig
Härling, Kelly (56. Wutzler), Clark, Green, Aulrich, Freitag, Heller, M. Herrmann, L. Schneider, Reichenbach (66. Szuh), Nauesse (48. Ebermann)

Aufstellung FF USV Jena
Rinkes, Brosius, Roelvink, Radtke, Löser (46. Seiler), Beil (75. Heinze), Schiewe, Utes (66. Schmutzler), J. Arnold, Hearn, Landeka

Tore
1:0 Green (30.), 1:1 Hearn (86.), 2:1 Heller (87

Schiedsrichter: Storch-Schäfer (Petersberg)

Zuschauer: 456

Gelbe Karte: M Herrmann